Erfahrungsberichte Volunteer Philippinen

Ich würde es jederzeit wieder machen
[ 6 Monate "Breakfast with Street Children" in Manila ab September ]

Ich war vom 19. April bis zum 17. Juni für 2 Monate in Manila und habe in dem Projekt „Breakfast with Streetchildren“ mitgearbeitet. Gewohnt habe ich im Heim in Tahanan, wo ich ein kleines 2-Bett-Zimmer und ein kleines Bad für mich hatte. Das Zimmer ist mit zwei Betten, einem Kleiderschrank und einem Regal ausgestattet und hat ein großes Fenster, durch das allerdings nicht sehr viel Licht herein fällt, da direkt gegenüber die Wand des nächsten Gebäudes ist. Ich habe mich aber auch nicht besonders viel in dem Zimmer aufgehalten, weshalb es mich nicht gestört hat. Gegen die Hitze über Nacht hatte ich einen Ventilator im Zimmer. Die Dusche besteht aus einer großen Tonne, die mit Wasser gefüllt ist, bzw. die man mit Wasser füllen kann und einem kleinen Gefäß, mit dem man sich das Wasser aus der Tonne über den Kopf gießen kann. Das ist bei den heißen Temperaturen eigentlich auch ganz angenehm. Waschbecken und Toilette gibt’s natürlich auch.

Ein Tag in dem Heim beginnt bereits zwischen 05.30 und 06.00 Uhr mit dem morgendlichen Gebet. Danach gehen die dort wohnenden Mädchen, im Moment nur noch 17, ihren „Pflichten“ nach, also Wäsche waschen, putzen und das Frühstück vorbereiten. Gegen 07.30 Uhr wird gefrühstückt und danach duscht sich noch, wer dies noch nicht getan hat. Ab ca. 09.30 Uhr finden die ersten Sessions statt, bzw. gehen die älteren Mädchen in die Schule. Gegen 12 Uhr gibt’s Mittag und danach ist Siesta angesagt. Das bedeutet, dass einige der Mädchen einen Mittagsschlaf halten und generell nicht so viel los ist. Zwischen 14.30 und 15 Uhr gibt’s einen Snack (süßes Toastbrot) und danach geht’s für die Jüngeren in die Schule und die Älteren haben eine andere Session. Ab 16.30 Uhr machen sich die Mädchen frisch, dann wird gebetet und anschließend wird meistens etwas ferngesehen, bevor es gegen 19 Uhr Abendessen gibt.

Es gibt zu allen Mahlzeiten Reis und dazu Fisch, Fleisch (meist Hühnchen) und auch diverses Gemüse. Fisch und Fleisch sind generell mit Knochen bzw. Greten und an die Art der Würzung musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Gegen Ende hat mir aber einiges auch richtig gut geschmeckt. Zum Frühstück gab es auch öfters mal Spiegelei und gebratenen Schinken. Nach dem Essen wird noch ferngesehen, manchmal auch gemalt, gebastelt oder ähnliches. Generell ist dieser Tagesplan aber sehr variabel, da die Lehrerin und auch andere philippinische Freiwillige die regelmäßige Sessions abhalten manchmal nicht kommen können. Außerdem gibt es auch ab und zu außerplanmäßige Aktivitäten für die Mädchen.

Ich habe 2 mal wöchentlich eine Session mit den Mädchen gehabt, wobei es unterschiedlich war, ob ich jeweils nur die Hälfte oder auch mal alle Mädchen unterrichtet habe. Ich habe sie vor allem in Hip Hop Tanz unterrichtet. Innerhalb der 2 Monate habe ich mit ihnen 2 Tänze erarbeitet, die sie am Ende auch alleine vortanzen konnten. Außerdem habe ich mit den Mädchen geturnt und akrobatische Elemente ausprobiert. Ich habe unter anderem gelehrt, wie man einen Handstand macht, ein Rad schlägt oder auch mit Gruppen von 2 bis 7 Personen Akrobatik Übungen gemacht und Pyramiden gebaut. Das hat alles ziemlich gut funktioniert, da einige der Kinder sehr gute Voraussetzungen mitgebracht haben. Viele waren sehr gelenkig, hatten eine gute Körperbeherrschung und hatten Mut, einfach mal Neues auszuprobieren. Eigentlich wollte ich auch mit den Mädchen Volleyball spielen, aber das Grundstück dort hat dafür nicht genug Platz geboten. Es gibt ganz in der Nähe auch einen Basketballplatz, aber um dahin zu gehen hätten wir einen Termin finden müssen, so dass alle Mädchen mitgehen können. Daran ist es letztendlich gescheitert, was ich ein bisschen schade fand, aber es gibt ein paar Sachen die man hier einfach so akzeptieren muss.

Ebenso besteht keine Anwesenheitspflicht für die Mädchen, so dass die Teilnehmerzahl an meinen Sessions eben auch immer etwas unterschiedlich war. Das heißt aber nicht, dass sie die Sessions nicht mögen. Manchmal hat eins der Mädchen einfach einen „schlechten Tag“. Man darf eben nicht vergessen, dass die Mädchen auf der Straße zum einen ein sehr unabhängiges Leben hatten und zum anderen aber auch viel Schlimmes durchgemacht haben, da sie alle körperlich und/oder sexuell misshandelt wurden.

Die Mitarbeiter vor Ort sind alle sehr nett und bemüht, dass es einem auch gut geht. Wenn man etwas unternehmen will, ist das eigentlich kein Problem, sie sind nur immer sehr besorgt und man muss sich natürlich auch abmelden und sagen was man so unternimmt.

Der Verkehr an Manila ist sehr gewöhnungsbedürftig aber mit ein bisschen Übung lernt man, wie man am Besten von A nach B kommt. Generell muss man aber viel Zeit einplanen, um irgendwo hinzufahren. Manila ist einfach sehr groß und voll! Die Philippinos sind aber auch nicht gerade die Pünktlichsten... ;-)

Generell kann ich noch aus meiner Erfahrung sagen, dass man sehr auffällt, sobald man größer als so 1,75 m ist. Ich mit meinen 1,80 m habe zumindest sehr viel Aufmerksamkeit auf mich gezogen und ich bin noch nicht mal blond, was glaube ich noch mal mehr auffällt. Da gewöhnt man sich aber auch dran und bei kleinen Kindern war es auch echt niedlich, wie sie einen manchmal angestarrt haben und einen anfassen wollten!

Zum Schluss kann ich noch empfehlen, viel Mückenspray oder ähnliches mitzubringen, besonders wenn man in der Regenzeit kommt. Ein Moskitonetz ist auch nicht verkehrt, wobei ich keins hatte und trotzdem fast nur tagsüber besonders in den Morgen- und Abendstunden Mückenstiche bekommen habe.

Mir hat der Aufenthalt auf den Philippinen richtig gut gefallen und ich würde es jederzeit wieder machen. Die Kinder schließt man so schnell ins Herz, dass einem der Abschied schon nach 2 Monaten sehr schwer fällt. Ich habe ganz viele kleine Abschiedsgeschenke bekommen und man hat gemerkt, wie traurig manche waren, dass ich wieder abreisen musste, aber auch wie dankbar sie waren, dass ich überhaupt da war und ihnen meine Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe geschenkt habe. Etwas vergleichbares werde ich wohl nicht noch mal erleben und von daher kann ich jedem nur empfehlen, so eine Reise anzutreten!

Viele Grüße,

Maren

 

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