Republic of South Africa
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Erfahrungsberichte Homestay Südafrika

Eine Erfahrung fürs Leben
[ 4 Wochen "Homestay Plus+ Volunteer" in Südafrika im Juli ]

Lenya in SüdafrikaBevor es losging

Relativ spät im April habe ich mich dazu entschlossen für einige Wochen in meinen Sommerferien ins Ausland zu gehen. Ich wollte mein Englisch verbessern und wenn möglich gleichzeitig noch eine andere Kultur kennenlernen. Mir war von Anfang an klar gewesen, dass ich nicht in einer der typischen Sprachschulen landen wollte, wo man mit zwanzig anderen Schülern unterrichtet wird, wovon dann die Hälfte wahrscheinlich auch noch deutsch ist. Ich wollte etwas Besonderes erleben. Doch schnell stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, mit 16 eine Organisation zu finden, in der man keine Sprachschule besucht. Glücklicherweise stieß ich im Internet auf die Homepage von KulturLife und somit auf das Homestay und Volunteer Programm in Südafrika. Schnell habe ich mich hierfür entschieden und die Planung begann unverzüglich. Mir wurden alle Informationen zugeschickt, bei der Suche nach einem Flug wurde mir geholfen und auf meine ganzen Fragen bekam ich ausführliche Antworten, sodass mich selbst meine Eltern mit gutem Gewissen nach Südafrika fliegen lassen konnten. Auch das Visum wurde mir per Post zugeschickt und ein Brief mit den wichtigsten Dingen die ich vor meiner Abreise noch zu erledigen hatte (Impfungen usw.).

Der Flug und erste Eindrücke nach der Landung

Natürlich kann man unendlich viel über Südafrika lesen und sich viele Bilder anschauen, aber in Wirklichkeit ist es doch noch mal etwas Anderes. Dementsprechend war ich dann auch schon gespannt, was mich erwarten würde. Ich bin am 5. Juli von Düsseldorf aus nach Dubai und von dort aus nach Kapstadt geflogen. Für den Flug habe ich ca. 600 Euro gezahlt. Es war nicht mein erster Langstrecken Flug und so konnte ich relativ gelassen in den Flieger steigen. Aufgeregt war ich nur wegen des Umstiegs in Dubai, da der Flughafen ziemlich groß ist. Doch alles hat super geklappt. Endlich in Kapstadt angekommen wurde ich von Kennedy, dem Fahrer der Organisation, wie besprochen abgeholt. Obwohl es mitten im tiefsten Winter war, hatte ich um die 20°C bei Sonnenschein und das während meines gesamten Aufenthalts. Jedoch wurde mir gesagt, dass dies keineswegs das normale Winterwetter sei. Vom Flughafen aus sind wir zum Hostel von You2Africa gefahren wo ich für die ersten 4 1/2 Tage gewohnt habe. Schon auf dem Weg dorthin habe ich erste Eindrücke gesammelt. Wir sind an den Townships vorbeigefahren, was mich sehr beeindruckt hat, denn diese Wellblechhütten in der Realität zu sehen, war doch nochmal etwas Anderes.

Die Unterkunft

Im Hostel angekommen, habe ich als Erstes eingecheckt und meine Sachen in mein Zimmer gebracht, das ich mir mit fünf weiteren Volunteeren und Reisenden geteilt habe. Alle waren von Anfang an sehr lieb und freundlich und es herrschte eine familiäre Stimmung. Jeder kannte jeden und man hat sich schnell wie zu Hause gefühlt. Ich fand es sehr gut, dass Menschen von überall her aus der Welt in dem Hostel untergebracht waren. Ich habe Jugendliche aus Schweden, Brasilien, Frankreich usw. getroffen was hieß, dass wir uns natürlich auf Englisch unterhalten mussten.

Das Zentrum ist mit den Minibussen, normalen Bussen oder Taxis in ca. 15 Minuten zu erreichen. Observatory, der Ort in dem das Hostel liegt, ist eine ziemlich sichere Gegend und alles ist gut zu Fuß zu erreichen. Es gibt mehrere Restaurants in denen man nett essen gehen oder Bars in die man sich abends setzen kann. Weiterhin gibt es dort einen Supermarkt in dem es alles gibt was man so braucht.

Die Tage in Observatory (Obs)

Schon allein in den ersten vier Tagen in Obs habe ich viel von Kapstadt gesehen. Am Freitag haben wir, die Neuankömmlinge, eine ausführliche Einführung bekommen. Tobi Dixon, unser Betreuer vor Ort, hat uns viel über die Kultur und das Leben in Südafrika erzählt. Später hat er uns dann eine kleine Stadtführung gegeben, uns gezeigt wie wir ins Zentrum kommen und wo die 'spannenden' Plätze sind. Zum telefonieren hat er uns eine afrikanische SIM-Karte gegeben.

Auch am Abend saßen wir nicht nur herum, sondern wurden in eine Bar im Zentrum ausgeführt, in der ein paar bekannte südafrikanische Band gespielt haben. Ein wirklich guter Start in das Leben in Südafrika. Samstag haben wir dann eine Tagestour ganz runter zum Cape Point und Kap der Guten Hoffnung gemacht. Wir haben viele Dinge und Tiere gesehen, wie zum Beispiel auch die Pinguine am Boulder's Beach, Straußen, Paviane und eine ganze Herde von Seehunden auf einem kleinen Bootstrip.

Den Leuten, die die Natur lieben, kann ich nur empfehlen den Tafelberg hochzuklettern. Es gibt verschiedene Routen, doch für alle sollte man wenigstens ein bisschen sportlich sein. Man kann natürlich auch die Seilbahn nehmen die für Jugendliche unter 18 Jahren um die 4,50 Euro kostet und für über 18-jährige um die 9 Euro. So oder so ist ein atemraubender Anblick wenn man erst einmal oben ist.

Die Gastfamilie in Noordhoek

Am Montag, fünf Tage nach meiner Ankunft, hat mich Tobi nach Noordhoek zu meiner Gastfamilie gefahren. Noordhoek ist ein kleiner Ort ca. 30 Minuten von dem Hostel entfernt.

Meine Gastfamilie war sehr nett und hat mir von Anfang an das Gefühl vermittelt willkommen zu sein. Ich hatte einen kleinen Gastbruder, sieben Jahre, und zwei Gastschwestern, 19 und 21 Jahre, die jedoch nicht zu Hause gewohnt haben. Mein eigenes Zimmer hatte sogar ein kleines Badezimmer mit Dusche, Toilette und Waschbecken.

Morgens habe ich meist Cornflakes zum Frühstück gegessen und Abends hat meine Gastmutter etwas warmes gekocht. Für alle Vegetarier: Auch als Vegetarier, so wie ich, muss man in Südafrika nicht verhungern. Wir haben immer was leckeres gekocht und ich konnte meiner Familie manchmal sogar noch etwas Neues beibringen.

Das Wort 'Langeweile' schien in meiner Gastfamilie niemand zu kennen. Vom ersten Tag an war meine Gastmutter damit beschäftigt, mir Dinge zu zeigen und mich Leuten vorzustellen. Wenn man gerne von vielen Menschen umgeben ist, so wie ich, dann ist das eine großartige Erfahrung. Man sollte gerne Sachen mit der Familie unternehmen, sonst ist das für einen auf Dauer vermutlich zu anstrengend. Ich wurde voll in das Familienleben integriert und überall mit hin genommen. Geburtstage, Ausflüge wie zum Beispiel zu heißen Wasserfällen oder einfach nur zu Besuchen von Freunden. Auf diese Art habe ich schnell viele nette Leute kennengelernt mit denen ich auch in Zukunft noch in Kontakt bleiben werde.

Die Arbeit im Kindergarten

Die Arbeit begann für mich am Dienstag um 9 Uhr. Normalerweise waren die Arbeitszeiten montags bis freitags von 9-14 Uhr. Der Kindergarten liegt genau neben dem Township Masipumulele (Masi) und nur ca. 5 Minuten von dem Haus meiner Gastfamilie entfernt. Zur Arbeit hat mich meine Gastmutter jeden Morgen gebracht.

Es gab zwei Gruppen. In der einen waren die Kinder von ca. 3-5 Jahren und in der anderen von ca. 6-7 Jahren. Betreut wurden die Gruppen von vier Betreuerinnen. Hinzu kamen noch Volunteere, die aber außer mir fast jede Woche gewechselt haben. Ich wurde von Anfang an voll in das Geschehen mit eingebunden, was ich sehr gut fand, da ich schließlich zum Helfen da war. Im Wesentlichen waren meine Aufgaben, mit den Kindern zu spielen, mir Spiele für sie auszudenken, helfen sauber zu machen und als 'Streitschlichter' auszuhelfen. Eine richtige Mittagspause gab es in dem Sinne nicht, jedoch konnte ich jeder Zeit mein mitgebrachtes Essen essen und es mir auch in der Mikrowelle vor Ort aufwärmen. Die Kinder aus der jüngeren Gruppe haben um 12 einen Mittagsschlaf gemacht nachdem sie draußen gespielt hatten. Jedoch gab es dann die Großen, um die ich mich kümmern musste. Es war manchmal anstrengend, aber trotzdem hat es auch immer Spaß gemacht. Die Kinder haben sich nach und nach an mich gewöhnt und sind mir sehr ans Herz gewachsen, was den Abschied am Ende noch schwerer gemacht hat.

Zum Schluss

Ich kann sagen, dass mein Aufenthalt in Südafrika eine Erfahrung fürs Leben war.

Mir wurden von Anfang an alle Zweifel genommen und das Gefühl vermittelt, willkommen zu sein.

Während meiner Zeit habe ich eine Menge über die Kultur gelernt, konnte dabei mein Englisch verbessern, habe viele neue Bekanntschaften gemacht und atemraubende Plätze, wie man sie in Deutschland nie finden würde, kennengelernt. Es hat alles ohne Probleme geklappt. Von der Abholung bis zu meiner tollen Gastfamilie. Als positiv bewerte ich auch, dass ich in dem Hostel nicht mit anderen Deutschen zusammengewohnt habe, sodass ich nicht in die Versuchung kam Deutsch zu reden.

Die Zeit ist definitiv viel zu schnell umgegangen. Südafrika ist in nur vier Wochen wie eine zweite Heimat für mich geworden und ich würde jeder Zeit wieder dorthin fahren.

Ein großes Dankeschön an KulturLife für die tolle Zeit!

Lenya

 

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