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Hurray, awesome Canada!!!

[ Jahres-Programmm ab Sommer 2003 ]

Wenn man Kanada im Lexikon nachschlägt, wird man schon von der riesigen Fläche des Landes, welche 9 970 610 km² (Deutschland ist 357 023 km²) beträgt, beeindruckt und neugierig gemacht. Aber was bietet das zweitgrößte Land der Welt noch, außer einer unvorstellbaren Weite mit wenigen Einwohnern (ca. 30 Mio.)? Ein Jahr Kanada hat mir sehr geholfen, die Menschen, Mentalität und Landeskultur zu verstehen und näher zu bringen.

Mit Gastschwester in San FranciscoIch möchte euch von meinen ersten Tagen erzählen. Sie waren eine spannende Zeit und durch eine neue, ungewohnte Gegend, fremden Leuten und einer Menge Spaß geprägt.

Am 22. August 2003 ging meine große Reise gegen Mittag von Berlin los. Ich war die einzige aus Berlin und Umgebung und auch die erste am Frankfurter Flughafen. Ein bisschen allein und verloren kam ich mir auf diesem riesigen Flughafen schon vor. Aber durch meine fünf Stunden Aufenthalt hatte ich keine weiteren Bedenken, nicht rechtzeitig die anderen Austauschschüler anzutreffen oder meinen Flug zu verpassen. Nach und nach trafen alle anderen ein, auch unser Betreuer Duncan und seine Frau Birgit. Insgesamt waren wir 14 Leute.

Als wir endlich in das Flugzeug Richtung Toronto stiegen, staunte ich nicht schlecht. Zuerst war es eine Doppeldeckermaschine mit einer Treppe in der Mitte. Zum anderen waren mindestens 1/3 der Passagiere Austauschschüler. Der Flug nach Toronto war lang. Glücklicherweise saßen neben mir zwei Mädchen, die auch an einem Austauschprogramm teilnahmen. Wir verstanden uns gut und es war nicht schwer die Zeit zu überbrücken.

CN Tower, TorontoIn Toronto angekommen war es bereits früher Abend. Wir waren nicht wirklich sehr müde von dem Flug, aber die Wartezeit für das Visum nahm dann doch die letzte Kraft. Endlich im Hotel angekommen, gab es erstmal Pizza und Soft Drinks. Ich teilte mir mein Zimmer mit einer anderen deutschen Austauschschülerin. Mit ihr war ich auch in einer Gruppe eingeteilt, die aus 6 Leuten bestand. Meist waren vier einer Nation und zwei aus einem anderen Land in der Gruppe. Insgesamt waren wir 130 Austauschschüler aus sehr vielen verschiedenen Ländern.

Früh am nächsten Morgen kam der Telefonweckruf. Der Tagesplan war groß. Vier dieser typisch gelben Schulbusse standen vor dem Hotel und holten uns ab um mit uns Toronto, Niagara Falls und einiges mehr zu betrachten.

Der zweite Tag bestand aus einem Seminar über das Austauschjahr und "Tschüss" zu sagen zu den neu gewonnenen Freunden. Sonntagabend gegen 22Uhr kam eine große Austauschschülergruppe, unter denen ich mich befand, in Winnipeg (Manitoba) an. Der Winnipeger Flughafen ist sehr klein. Es gibt nur einen Verbindungsweg, der schurrgerade in die Haupthalle führt. Vor der Rolltreppe war eine große Fensterscheibe, vor der wir alle stehen blieben, um unsere Gastfamilie, die unten auf uns warteten, zu finden. Die Aufregung war groß. Wie sollte ich sie begrüßen? Wie werden sie sein? In der Menge entdeckte ich sie. Ich atmete noch einmal tief durch, nahm allen Mut zusammen und lief die Rolltreppe herunter. Meine Familie begrüßte mich sehr herzlich und sie waren genauso aufgeregt wie ich. Wir nahmen meine schweren Koffer, von denen mein Gastvater heute immer noch erzählt, setzten uns ins Auto und fuhren in mein neues Heim.

Meine Gastfamilie zu WeihnachtenMeine Gastfamilie war auf den ersten Blick sehr freundlich und liebenswürdig. Meine Gastschwester, die im selben Alter ist, was mir eine große Erleichterung brachte, war sehr zaghaft mir gegenüber. Was mir aber keine Panik bereitete. Wir wurden bald sehr gute Freunde und unternahmen viel miteinander. Mein Gastbruder ist 21, lebt aber immer noch zuhause und war auch immer für jeden Spaß zu haben.

Zuhause angekommen standen wir vor einem sehr kleinen niedlichen rosa Haus(meine Gastmutter hat immer darauf Wert gelegt zu sagen, dass es doch Pfirsich sei). Die ganze Siedlung war so angelegt. Jeder hatte ein kleines Haus mit einem Stück Garten nach hinter raus. Meine zwei Zimmer und mein eigenes Bad waren im Keller.

Eine ganze Woche hatte ich noch Zeit um mich einzugewöhnen. Meine Gastschwester und ich fuhren eine Menge durch die Stadt. Sie machten eine Dampfertour mit mir und wir redeten schon eine ganze Menge über dies und jenes. Die Kaufhallen werde ich nie vergessen. Gleich am ersten Tag sind meine Gastmutter und Schwester essen einkaufen gewesen und ich war so überwältigt von dem Angebot und den Lebensmitteln. Ich brauchte eine Weile um mich an die Dimensionen der Verpackungen zugewöhnen. Auch ist das Essen viel Zucker- und Salzhaltiger als bei uns. Diese Umgewöhnung geht recht schnell und wenn man am Anfang noch einen Zuckersturz hatte, wird man in einigen Wochen sich so daran gewöhnt haben, dass es schwer, ist in Deutschland nur ein Stück Schokolade zu essen.

Etwas möchte ich euch allen auf den Weg geben, was ich in diesem Jahr gelernt habe. Geht niemals mit deutschen Vorurteilen an Menschen oder Situationen heran. Es ist eine andere Kultur, Gesellschaft, andere Menschen. Auch wenn man es denken könnte, ist es dennoch nicht mit Europa zu vergleichen. Geht mit offenen und freundlichen Augen durch die Welt und ihr werdet so einige Wunder und das beste Jahr eures Lebens erleben.

Friederike Martin

Für weitere Informationen: friederikemartin@hotmail.com

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