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1 Jahr in Chilliwack, Westküste Kanadas

[ Jahres-Programm in Chilliwack ab Sommer 2006 ]

Ein Jahr Kanada, das Land mit netten Menschen, einer friedlichen Vorgeschichte, gespickt mit einer bezauberten Naturschönheit! Das, was sich wie ein Traum anhörte, wurde schon in den ersten Wochen zur Realität. Die Natur war einfach nur überwältigend. Da Chilliwack, der "kleine" Ort, ca. eine Stunde östlich von Vancouver im Fraser Tal liegt, war es einfach nur bezaubernd, um sich zu schauen: Wo man auch hinschaute, man sah die Berge hochragen. Im Winter mit weißen Schneemützen bedeckt und im Sommer beliebte Wanderziele.

Meine GastfamilieWas die "peacevolle" Geschichte Kanadas angeht, so lernt man in der Schule, dass es auch in Kanada Bürgerkriege, Streit zwischen englisch, französischen und "native" Kanadiern sowie Revolutionen gab; dennoch, was die Menschen angeht, so sind diese sehr nett und interessiert, benötigen allerdings ein paar Wochen, um einen vollständig in ihren Kreis zu integrieren. Es ist sehr wichtig, selber auf Mitschüler oder Sportkameraden zuzugehen, nicht schüchtern zu sein und ruhig zu fragen, ob man nicht mit ins Kino oder zum Hockeyspiel gehen kann (macht euch keine Sorgen wegen der Sprache, alle Menschen, die ich kennen gelernt habe waren sehr verständnisvoll und haben sich viel Mühe gegeben mein anfängliches doch sehr schwaches Englisch zu verstehen). Gerade Hockey war immer ein guter Gesprächsanfang - die Kanadier sind einfach Hockeyverrückt!!

Die meisten Jugendlichen in Kanada gehen zur Kirche und dort in Jugendgruppen, denen man sich gut anschließen kann. Es war wahrscheinlich dort, wo ich mich zum ersten Mal richtig zu Hause gefüllt habe, da es einfach ein lockerer Umgang miteinander war und wir zusammen gespielt, geredet und Sport getrieben haben. Dazu kamen dann noch "Retreats" (Aktionsübernachtungen), die immer riesen Spaß gemacht haben.

Zur Schule: Akademische Kurse (Französisch, Biologie etc.) sind im groben einfacher bzw. auf einem niedrigeren Level als in Deutschland. Dies stellte sich für mich allerdings als Vorteil heraus, da ich mich so sehr gut auf die englische Sprache konzentrieren konnte, ohne mir große Sorgen machen zu müssen, nicht mit dem Unterrichtsstoff klar zu kommen. Zudem gab es Fächer wie Kochen, Nähen, Computerkurse, Holzarbeiten, Technische Kurse etc., die ich aus Deutschland nicht kannte, die ich aber nur empfehlen kann auszuprobieren. Im Vergleich zu meiner Schule in Deutschland gab es jeden Tag nur vier Schulstunden, diese waren dafür aber jeweils 72 Minuten lang. Sehr praktisch fand ich die Lautsprecher, die über all in der Schule verteilt waren und Ansagen machten (z.B. Pizza-Verkauf während der Lunchpause oder welche Schulmannschaft am letzten Wochenende welche Preise geholt hat). Besonders Spaß haben mir die Aktivitäten nach Schulbällen und während der Mittagspausen an der Schule gemacht. Einmal gab es z.B. eine Sahnetortenschlacht zwischen Schülern und Rektoren oder ein großes Twisterspiel mit Preisen. Kurz gesagt: School was FUN!

Was meine Gastfamilie angeht so hatte ich zuerst nicht so ein Glück und es hat sich nach einigen Monaten herausgestellt, dass die Familie einfach nicht gepasst hat. Dies war sehr schade, hat sich allerdings rückblickend als eine Erfahrung herausgestellt, die mich sicherlich selbstständiger und selbstsicherer gemacht hat. Außerdem habe ich erkannt, wie wichtig mir meine eigene Familie zu Hause in Deutschland ist. Mit meiner zweiten Gastfamilie war es einfach nur fantastisch. Ich hatte zwei kleinere Geschwister (7 und 9) und zwei super liebe Gasteltern. Wir haben zusammen Kurzausflüge durch British Columbia (z.B. nach Lilloet) unternommen, es wurden Freunde und Familie besucht oder wir haben einen gemütlichen Video- und Spieleabend zusammen verbracht. Schon nach ein paar Tagen habe ich mich als ein festes Familienmitglied gefühlt. In der Zeit, die ich bei ihnen verbringen durfte, sind sie mir sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!

Ich glaube kein Austauschjahr ist von Anfang an perfekt, es kommt darauf an, was man selber daraus macht. Ich kann nur allen empfehlen, die nach Kanada fahren, nehmt euer Selbstbewusstsein mit, fürchtet euch nicht vor Veränderungen und seid für alles offen, was kommt, dann werdet ihr ein super schönes Jahr haben!

Auszug aus meinem Tagebuch

Sonntag haben Arlene (meine Gastmutter), Brooke (mein Gastvater), Eri (eine Austauschschülerin aus Japan, die auch für ein Jahr bei uns lebt) und ich einen Ausflug gemacht. Eigentlich wollten wir nach Bown-Island für eine Fahrradtour fahren, aber da das Wetter ziemlich schlecht war (wie so oft hat es hier geregnet), haben wir entschieden nach "Lightning Park" zu fahren. Dort haben uns Arlene und Brooke die Plätze gezeigt wo sie normalerweise zum Campen hinfahren. Danach sind wir dann nach "Manning Park" gefahren, wo wir uns die "Lodge" (ein "Hotel") angeschaut haben und ich Blätter zum Pressen gesammelt habe.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch am "Hope Slide" Halt gemacht. Dort ist ein Teil eines Berges runtergekommen ("Landslide") und hat vier Menschen in einem Auto unter sich begraben. Zwei davon wurden nie gefunden.

Early Saturday morning, January 9, 1965, an enormous landslide descended into this valley of the Nicolum Creek, destroying about 3 km of the Hope-Princeton Highway. Apparently triggered by a minor earthquake, the slide, consisting of more than 46 million cubic metres of earth, rock and snow crashed down in seconds from the 2000 metre high mountain ridge forming the north side of the valley. It filled the valley bottom with debris 70 metres thick in places and completely buried Outram Lake at the foot of the slide.

Danach sind wir dann noch zu den Orthillo Tunnels der alten "Kettle Valley Railway" gefahren. In den Tunneln war es ganz dunkel und man hat nur den Ausgang als hellen Punkt gesehen. Zwischen den Tunnelstücken konnte man dann von Brücken aus den Fluss sehen der neben / unter den Tunneln fließt. Das war ein wunderbares Stück Natur, da z.B. die Steine, vom Wasser rund geschliffen, wie edle Steine über die klares Wasser fließt, aussahen.

Abend gegessen haben wir dann zu Hause während wir "Amazing Race" (ein Wettrennen von mehreren zweier Paaren, die Aufgaben erfüllen müssen, um / durch die Welt) geschaut haben.

Es war also ein rundum schöner Sonntag

bye simone

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