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"Warum eigentlich nicht?"

[3 Punkte bei 1 Bewertung; Semester-Programm ab Januar 2007 ]

Es ist der 20.06.07! Ich bin gerade in Alexandra, einer kleinen Stadt in der Mitte der Südinsel von Neuseeland. Draußen schneit es und es ist eiskalt. Die Straßen sind zugeschneit und die Schule ist heute auch ausgefallen. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass es hier in Alex schneit.

LunchtimeIch sitze gerade im Wohnzimmer meiner Gastfamilie und dachte mir, dass es der perfekte Tag ist, um einen Erfahrungsbericht über meinen Austausch zu schreiben und hoffe, dass er einigen von euch bei der schweren Entscheidung über ein Jahr im Ausland helfen wird. Ein paar Monate vor meinem Austausch hätte ich nie damit gerechnet, dass ich für ein halbes Jahr nach Neuseeland gehen werde. Ich habe mich ehrlich gesagt nie mit dem Gedanken beschäftigt.

Meiner Mutter ist dann die Idee gekommen, dass es die perfekte Möglichkeit wäre, um mein Englisch zu verbessern. Ich weiß noch, wie ich zu ihr gesagt habe, dass ich das ganz bestimmt nicht machen werde. Dann habe ich mich mit diesem Gedanken beschäftigt und am Ende gedacht: "Warum eigentlich nicht?"

Ich hatte viele Zweifel und Fragen und ich bin mir sicher, dass jeder, der sich nicht sicher ist, ob er die Reise wagen soll, viele Fragen und Zweifel hat.

Ich werde euch deswegen hier einige wichtige Punkte auflisten, über die ihr Bescheid wissen solltet und die euch bei eurer Entscheidung hoffentlich helfen werden.

Gastfamilie:

Meine größte Angst vor dem Austausch war, dass ich mich nicht mit meiner Gastfamilie verstehen könnte. Allerdings bin ich nun der Meinung, dass diese Angst euch auf keinen Fall in dieser wichtigen Entscheidung verunsichern sollte. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu!

Drama Ausflug nach WellingtonEs gibt viel Arten von Gastfamilien. Manche nehmen Gastschüler auf, weil sie etwas von einer anderen Kultur lernen wollen. Dann gibt es die, dessen eigene Kinder ausgezogen sind und die gerne wieder etwas Leben im Haus haben möchten. Wieder andere hatten bereits gute Erfahrungen mit anderen Austauschschülern gemacht und möchten gute Zeiten wiederholen. Natürlich kann man auch einfach nur Pech haben und in eine Familie kommen, in die man einfach nicht reinpasst, weil man einfach zu verschieden ist.

Ich habe hier in NZ viel verschiedene Gastfamilien kennengelernt und festgestellt, dass sie alle super nett sind. Natürlich, sie sind alle verschieden, und das ist der Grund, warum ich denke, dass es am wichtigsten ist, dass Austauschschüler das "Anders sein" respektieren.

Niemand verlangt von dir, dass du dich änderst für jemanden, es ist wichtig seine eigene Meinung zu haben, aber es ist ebenso wichtig, andere Meinungen zu akzeptieren. Natürlich werden eure Gastfamilien anders sein als ihr. Was im Grunde genommen ganz normal ist. Versucht euch anzupassen und es zu akzeptieren. Ich bin mir sicher, dass eure Gastfamilien auch eure Wege und Meinungen akzeptieren werden.

Und denkt daran: Es ist nicht nur für euch eine neue Situation. Auch eure Gastfamilie ist nicht an eine fremde Person im Haus gewöhnt und möchte mit euch gut klar kommen.

Kulturschock:

"It's not worse, it's not better, it's just different!" Wenn ich an diesen Satz denke, muss ich immer in mich hineinlächeln. Falls ihr euch für einen Austausch entscheidet, werdet ihr diesen Satz auf eurem Vorbereitungsseminar sehr häufig hören. Und ich habe herausgefunden, dass es genau so ist, wie dieser Satz es sagt. Alles wird anders sein, aber es ist nie schlechter oder besser, immer nur anders. Ich muss gestehen, dass dieser Satz für mich sehr wichtig ist. Obwohl ich es nicht schwer finde, neue Dinge auszuprobieren, zu erleben oder kennen zu lernen, hat mir dieser Satz doch durch so manche Situationen geholfen.

Landschaft in CromwellViele Dinge sind hier anders. Selbst die kleinsten Kleinigkeiten, an die ich vorher nie gedacht hätte: Die Autos fahren auf der linken Seite, Abendessen wird im Grunde genommen immer auf dem Sofa vorm TV eingenommen, die Geschäfte sind Sonntags geöffnet, schließen aber jeden Tag um 17.00 Uhr, in der Schule hat man zwischen fünf und sechs Fächer, die meisten Schüler arbeiten am Nachmittag, die Häuser sind eher klein, Rugby ist für Neuseeländer sehr wichtig, es wird viel Netball gespielt, Jagen, Fischen, Natur, Kajaking ist hier sehr angesagt, in den meisten Häusern wird nur im Wohnzimmer geheizt, es wird Wasser aus dem Wasserhahn getrunken, die Türen werden immer offen gelassen, Schokolade hat viel mehr Zucker, Händeschütteln ist eher ungewöhnlich und viele, viele Schafe.

Heimweh:

Gegen das erste Heimweh wird man wahrscheinlich nichts machen können. Alles ist neu und man hat gerade eben realisiert, dass man die nächste Zeit ohne die Familie und ohne die Freunde verbringen wird. Aber keine Sorge, das hält nicht lange an. Es gibt so viele Menschen, die sich um euch kümmern werden. Eure Gastfamilie wird euch helfen euch einzugewöhnen. Die Menschen sind offen und freundlich und in der Schule werdet ihr schon schnell gute Freunde finden. Ich habe mich mit meiner Familie darauf geeinigt, alle zwei Wochen zu telefonieren. Ich denke das ist ein guter Zeitabstand, und dann gibt es ja auch noch Internet und Briefe.

Sporttag in der SchuleAußerdem habe ich festgestellt, dass ich in diesem Austausch sehr viel über meine Familie gelernt habe und sie nun besser zu schätzen weiß.

Und an was ihr auch denken solltet, ist, dass Heimweh nichts Schlechtes ist. Es bedeutet nicht, dass ihr euch in eurer neuen Umgebung nicht wohlfühlt; es bedeutet nur, dass ihr ein tolles Zuhause habt.

Sprache:

Ich muss gestehen mein Englisch war echt grauenhaft, und manche Neuseeländer haben einen starken Akzent, was es für mich am Anfang sehr schwer gemacht hat alles zu verstehen.

Aber die Leute, mit denen man zu tun hat, wissen das und sie helfen einem, wo sie nur können. Ich denke, mein Englisch hat sich sehr verbessert. Vielleicht nicht unbedingt mein Schulenglisch, aber ich bin jetzt viel sicherer und ich werde es sehr vermissen Englisch zu sprechen, wenn ich in fünf Wochen zurück nach Deutschland gehe. Ich kann euch versichern, dass ihr schon nach kurzer Zeit so gut wie alles verstehen werdet, und wenn nicht, dann fragt einfach nach! Ihr seit ja hier um zu lernen und niemand erwartet perfektes Englisch von euch.

Schule:

Von Klasse 9- 13 wird in NZ die High School besucht! Ich kann leider nur über meine Schule sprechen, die ich hier besuche, aber ich denke das viele Schulen in NZ ähnlich sind. Ich fühle mich sehr wohl in der Schule hier. Meine Schule ist relativ klein und so bekomme ich das Gefühl, dass sich wirklich um jeden Schüler gekümmert wird. Viel, was ich hier erlebe, ist bedingt durch die Schule. Es werden viele Aktivitäten außerhalb der Schulzeit angeboten: viele Sportarten, Chor, Musical und auch viele Ausflüge mit den belegten Fächern. Ich rate euch auf jeden Fall hier Fächer zu wählen, die ihr in Deutschland nicht belegen könnt.

Ich beim virtuellen Schaf scherenIch habe zum Beispiel Outdoor Education gewählt, was hier ziemlich populär ist und sich auf jeden Fall lohnt. Außerdem habe ich Hospitality, Drama, Englisch und Mathe. Bevor ich hierhergekommen bin, hatte ich Angst, dass ich in der Schule nicht klar kommen könnte wegen meines Englisch. Aber da müsst ihr euch auf keinen Fall Sorgen machen. Die Schule ist relativ einfach, und ich bekomme im Fach Englisch bessere Noten als in Deutschland. Außerdem ist die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler einfach besser. Es wird nicht einfach nur unterrichtet und wer nicht mitkommt, kommt halt nicht mit, sondern es wird auf jeden einzelnen Schüler geachtet.

Was ich auch ganz gut finde ist die Schuluniform. Es ist zwar sehr ungewohnt, aber eigentlich doch ganz komfortabel, allerdings wird es im Winter doch ein bisschen kalt. Die Schüler sind nett und kümmern sich um euch und man wird nie alleine gelassen. Seit freundlich und offen und es wird zu euch zurückkommen.

Keep Smiling:

Ich hoffe, dass dieser Bericht euch einige Fragen beantwortet hat und ich kann euch nur raten, euch für einen Austausch zu entscheiden. Als ich noch in Deutschland war, habe ich daran gedacht, was ich wohl alles verpassen werde, wenn ich ins Ausland gehe. Jetzt denke ich nur noch an die tollen Erlebnisse, die ich verpasst hätte, wenn ich den Austausch nicht gemacht hätte. Natürlich gibt es auch immer negative Erfahrungen, aber wir sollten an dem festhalten, was wir erreicht und erlebt haben und diese Chance bekommt ihr nicht noch mal in eurem Leben. Es ist, als lernt man eine neue Welt kennen, und ich möchte meiner Familie danken, dass sie mir das ermöglicht hat.

Ich wünsche euch alles Gute!
Eure Katharina

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3 Punkte Franzi

Ich habe privat von meiner Schwester noch viele andere wichtige Sachen erzählt bekommen und es hat mich auf meinen eigenen Austausch sehr gut vorbereitet, denn ich hatte vor manchen Dingen ehrlich gesagt auch Angst, die mir somit genommen wurde. Ich kann alles nur zurückgeben, was Kathi hier beschreibt. Die Leute sind supernett und ich habe meinen eigenen Austausch sehr genossen. Es lohnt sich :) also: give it a try.

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