Home » Interaktiv » Erfahrungsberichte » Tagebücher und Elternberichte
vorherige Seite... - 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 - nächste Seite...
23. August 2005
Teil Eins: Das Orientierungsseminar in Chicago
Tja was soll ich sagen, heute ging es los! Für mich von Hannover über Frankfurt nach Chicago zum Orientierungsseminar!
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gar keine Lust, dort die 2 Tage zu verbringen, denn ich hatte netten Kontakt zu meiner Gastfamilie und wollte direkt zu ihnen fliegen! Als ich dann auf dem Flughafen ankam und noch ein paar nett in orange gekleidete KulturLife-Menschen sah, begann die Aufregung ... Dort traf ich dann auch noch eine Freundin von mir und war echt froh darüber, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Nach dem Einchecken stellte sich dann heraus, dass wir Hannoveraner eine echt geniale Gruppe waren und uns alle ziemlich gut verstanden haben! (Wir waren zu zehnt). Als wir in Frankfurt ankamen, mussten wir uns zum Meetingpoint durchschlagen, also fragten wir und suchten wir was das Zeug hielt, nur schade, dass das Bodenpersonal selbst keine Ahnung hatte, wo nun was lag ... die haben uns sogar in den Gepäckraum geschickt als wir nach McDonalds fragten und ich meine wir waren ja noch in Deutschland. Sollten denn hier schon Sprachprobleme auftreten? Irgendwann haben wir dann diesen Treffpunkt ausfindig gemacht und gesellten uns zu den dort wartenden Personen, die allesamt ein wenig still waren im Gegensatz zu unserer Hannover-Gruppe ... merkwürdig ... vielleicht haben wir sie eingeschüchtert?
Nach ein paar Stunden warten und reden und Essen suchen und so weiter, ging es dann los auf zu den Kontrollen und ab in den Flieger .... Im Flieger hätte ich beinahe meine Hände verloren. Wirklich, ihr könnt mir das ruhig glauben!! Es begab sich nämlich so, dass ich zwei nette Mädchen (ich hab sie echt lieb!) neben mir sitzen gehabt hab, die noch nie im Leben geflogen sind und deshalb meine Hand halten wollten, jede auf einer Seite...so dann ging es los und plötzlich wurden meine Hände rot und feucht .... ich glaube, sie waren ein klein wenig aufgeregt ... meint ihr nicht! :-) Der Flug war eher langweilig und das Essen war nicht toll, aber na ja was erwartet man denn ...;-)
In Chicago angekommen wurden wir noch nett belehrt, keinen Mist zu machen. Die verstehen keinen Spaß. Also nett lächelnd durch die Kontrolle, das Gepäck geholt und ab ging es nach draußen! Dort schlug uns eine unheimliche Schwüle entgegen, die ein paar Nacel Open Door Mädels mit sich brachte, mit denen wir auf den Shuttle zum Hotel warteten. Es war ca. 20 Uhr Ortszeit. Wir waren verschwitzt und müde, aber wir hielten tapfer wie wir sind durch, denn es gab Aussicht auf Abendessen...
Im Hotel angekommen gab es wirklich was zu essen. Ich aß einen Salat. Der von einem Freund war mit riesigen Gurkenscheiben (wir haben auf Genfood getippt ). Also, alle mal probieren wie so was denn schmeckt ... ihr könnt mir ruhig glauben, die Gurke ging aufgespießt auf eine Gabel reihum um den Tisch! Wir alle waren noch müde ... aber nun bekamen wir tolle grüne T-Shirts, die wir am Sonntag bei der Ankunft in unserem zukünftigen Zuhause anziehen sollten, damit uns auch alles erkennt. Dann noch ein Stündchen Belehrungen, was wir nicht tun dürfen und so weiter, dann endlich Bett ... tja für mich und meine Zimmermitbewohnerin zu früh gefreut!
Nachdem wir nämlich um halb zwölf eingeschlafen waren, weckte uns ca. 2 1/2 Stunden später ein netter junger Mann, der mit den Fäusten gegen die Tür trommelte. Tja, was war los? Ich sage es euch: Nebenan wurde eine nette Wedding-Party veranstaltet und er lud herzlich dazu ein. Eigentlich wollten wir nur schlafen, aber daran war nun nicht mehr zu denken! Wir mussten nun bis 7 Uhr morgens ausharren bis wir runtergehen konnten, um die anderen zu sehen, weil der eigentliche Weckruf um 7 Uhr war!
Tja, immerhin waren wir die Ersten, die fertig waren und die einzigen, die auch diese Nacht mit nur 2 1/2 Stunden Schlaf beendet haben. Dafür haben wir das 3-stündige Orientierungsseminar an diesem Tag und die Chicago Besichtigung recht gut überstanden. Tja, mittlerweile hatte ich die Leute da echt lieb gewonnen und wollte gar nicht mehr so schnell in den Flieger, um zu meiner "Final Destination" zu reisen, aber was soll´s, da muss man durch.
Nachdem wir aus der Downtown wiedergekommen sind, bekamen wir unsere Ticketinfos und wann wir aufstehen müssen, damit wir unseren Shuttle zum Airport nehmen können! Für mich war das 4 Uhr morgens. Mein Shuttle fuhr um 5 a.m.! Aber ich war nicht alleine. Wir waren 8 Leute, die in den Flieger nach St. Paul/Minnesota stiegen. Tja, und so endete ein recht aufregendes Orientierungsseminar, auf dem ich viele neue Freunde gefunden habe.
Wie es weiter geht lest ihr dann im nächsten Teil: Ankunft, Empfang und die erste Woche
Ihr hört von mir
bis dann
Eure Vor-Ort-Reporterin ;-)
Alex
(Wenn ihr irgendwelche Fragen habt oder irgendetwas anderes wissen wollt, schreibt mir ne mail an ich_alex@lycos.de)
1
25. August 2005
Hallo und herzlich Willkommen bei "Alex`s Tagebuch in den USA"! Ich hoffe, ihr habt alle schon recht gespannt auf die Fortsetzung meines Beitrages (den ihr natürlich alle sorgfältig gelesen habt) gewartet! Und tatatata hier ist sie: die Fortsetzung! Ich habe mich entschlossen, sie euch in kleinen Häppchen zu servieren, weil ich denke, dass das Lesen dann mehr Spaß macht! Aber genug der Vorrede, ich fang mal an ...
Die erste Woche in meiner Familie:
Tag 1 :Die Ankunft
Alle 8, die wir in unserem Flieger saßen, waren richtig aufgeregt, nun endlich unsere Familien zu treffen und zu schauen, wie sie so sind! Ich hatte das Glück, dass meine Familie gleich am Gangway-Ausgang mit Luftballon und Blumen stand. Das ist wirklich eine nett gemeinte Begrüßung und ihr solltet lächeln und lieb Danke sagen, auch wenn euch das ein bisschen peinlich ist!
Na ja, auf jeden Fall holten mich Yvonne und Doug (so ihre Namen, keine Kinder) zusammen mit Greta, Yvonne's Blindenhund ab! (Dazu müsst ihr wissen das meine Gastmom blind ist. Das zwar nicht von Geburt an, sondern sie ist erblindet als sie 25 Jahre alt war. Warum? Sie hatte ihr ganzes Leben schon Diabetes. Es wurde nur leider nicht festgestellt bis sie erblindete und somit hat der ganze Zucker, um das jetzt mal ein weinig zu vereinfachen, ihr die Netzhaut zerstört).
Aber das ist nicht weiter schlimm, weil sie so gut mit ihrer Blindheit zurechtkommt. Mir kam es sogar zu gut vor. Also fragte ich sie, als wir dann zu Hause waren, ob sie wirklich total blind ist! Ich konnte nicht glauben, dass sich ein Mensch, der gar nichts sieht, so sicher bewegen kann. Aber es geht. Wow!
Als wir dann zu Hause ankamen, wurde mir erst mal das neuumgebaute und jetzt ziemlich große Haus gezeigt! Und natürlich mein Zimmer! Hier lernte ich auch meinen 2. Gasthund Lacey kennen, eine aufgescheuchte und haarige Knuddelmaus!
Ein bisschen merkwürdig war das schon alles, als ich da so auf meinem neuen Bett saß und zum ersten Mal wirklich realisiert hab, dass dies hier jetzt mein Zuhause für die nächsten 10 Monate werden soll! Aber gut, hab ich mir gedacht, machen wir das Beste draus, bin aufgestanden und hoch gegangen. Ich hab mich ein wenig mit Yvonne unterhalten, Doug schien ein bisschen kühl am Anfang, als wenn er nicht wüsste, was man mit mir anfangen soll. Das legte sich dann aber, als wir Essen gefahren sind, ein kleiner Joke hier, ein anderer da und ich glaube, ich wurde nach der Testphase als gut befunden!
Nach dem Essen (ganz nebenbei, ich war jetzt schon müde und musste noch bis mind. 7 p.m. aushalten, um den Jetlag endlich zu verarbeiten) fuhren wir dann ganz gemächlich zu meiner neuen Schule, die Nacel International School, die sich auf dem Campus der ältesten Uni Minnesotas befindet, der Hamline University!
Der Campus ist toll. Ich war so begeistert, die vielen Blumen und die tollen Sportanlagen sind einfach genial (irgendwann, wenn die Schule angefangen hat, mach ich ein paar Fotos und schick sie euch!)
Und überall Snoopy. Warum das?? Tja, wie ich von meinen Eltern erfahren hab (ich wusste es auch noch nicht) ist St. Paul die Geburts- und Lebensstadt des Erfinders von Snoopy & Co., sogar der Freizeitpark, der in der größten Mall Amerikas ist - ja, ihr lest richtig "in der Mall" - heißt 'Camp Snoopy'!
Aber weiter zu meinem Tag, Doug war nun endgültig aufgetaut und erzählte. Komisch war nur, dass sie sich manchmal Dinge wie "Hast du ihr das oder jenes gesagt /gezeigt ?" sagen, und ich steh genau daneben! Ich meine, warum fragen sie mich nicht selber? Aber ich glaub, das kommt erstens daher, dass sie keine eigenen Kinder haben und zweitens, dass sie das erste Mal Hostfamily sind!
Hat sich aber mittlerweile auch schon gelegt!
Zu Hause gab es dann Dinner (alles ganz gesund, weil Mom ja Diabetes hat und Dad ´nen zu hohen Cholesterinspiegel, also kein typischer Amihaushalt) und Doug erzählte mir, er wolle demnächst das eine Bad streichen. Ich meinte ich könne ihm helfen, aber ich glaube, er war erst mal nicht so begeistert!
Wir haben uns noch ein bisschen über Deutschland im Vergleich zu Amerika unterhalten und natürlich war Yvonnes Dad in Deutschland in der Nähe von Hannover stationiert und so weiter und so fort ...
Um 8 lag ich hundemüde im Bett, Kopf aufs Kissen und weg war ich ....
War ja auch ein anstrengender Tag ... der erste ... wenn ihr wissen wollt wie es weiter geht, schaut einfach mal wieder hier vorbei!!!
Bis dann
Alles liebe und bye bye!
Eure Alex
2
31. August 2005
Hi, ihr neugierigen Menschen da draußen im fernen, fernen Osten (Deutschland)!
Hier bin ich mit meinem Leben wieder, damit ihr auch alle einen kleinen Eindruck von meinem Aufenthalt hier in den USA in St. Paul, MN bekommt! Meinen ersten Tag bzw. meine Ankunft habt ihr ja schon gelesen und seit nun hoffentlich gespannt auf mehr...
Tag 2,Montag der 22. August
Komisch, heute bin ich ziemlich früh aufgewacht und nachdem ich mein Bett gemacht und mich angezogen hab, schaute ich mal, was Yvonne so machte! Tja, Pech für mich: sie schlief! Also, was macht man so den ersten richtigen Tag in einer neuen Umgebung und mit einer neuen Familie, in der niemand wach ist, außer einem selbst? Ich sag euch, was ich gemacht habe, zuerst habe ich in meinem Tagebuch geschrieben und dabei überlegte ich mir doch glatt, dass ein Frühstück doch gar nicht schlecht wäre... Tja, also ich hoch in die Küche, um voll motiviert ein nettes Frühstück für mich und Yvonne (Doug war bei der Arbeit) zu zaubern. Doch in der Küche angekommen, bekam meine Motivation einen ganz schönen Dämpfer, denn erstens, was essen denn diese Leute normalerweise zum Frühstück? Und zweitens, wo ist das hier alles??? Also setzte ich mich erst einmal auf einen der beiden Barhocker und überlegte, als dann schon der zweite Dämpfer in Gestalt von Yvonne auf mich zu kam und fragte, was ich denn gerne essen möchte, denn sie hatte schon gegessen! Autsch!! Okay ich entschied mich für einen Obst-Müsli-Yoghurt-Mix!
Aber mein Frühstück war dann doch recht interessant. Ich unterhielt mich sehr viel mit Yvonne!
So gegen Mittag kam dann Doug nach Hause und machte einen netten Chicken-Salad, der echt lecker war, für mich und Yvonne zum Lunch! Dann fuhr er wieder ... Ich fand es auch ein bisschen komisch aber was soll´s, der Salat den wir uns auf unsere Sandwiches machten, war echt lecker. Der Tag heute bestand im Grossen und Ganzen aus reden und ach ja, ich hab das Haus gesaugt, weil da so viele Hundehaare rumlagen, das fand ich nicht so ... na ja ... toll!
Übrigens hier ein kleiner Tipp für euch Zukünftigen: Eigeninitiative kommt ganz toll an! Und am Schluss hat man das, was man will und wie man es will und oben drauf noch glückliche Gasteltern = tolle Atmosphäre!!!
Abends hat Doug dann gekocht und wir haben uns alle noch ein bisschen unterhalten. Meine Eltern haben mir erzählt, sie müssten das Bad oben noch streichen, woraufhin ich meine Hilfe anbot. Ich glaube, Doug war ein bisschen skeptisch, aber er hat mir dann doch noch Abklebetape gegeben und später sogar den Pinsel und Co.! Also strichen wir das Bad zusammen mit irgendeiner Vorfarbe, auf die dann die richtige Farbe kommt! Nachdem wir fertig waren, ich glaub Doug traute mir jetzt auch zu, dass ich doch fähig bin, ein paar Wände zu streichen, meinte er, dass er die richtige Farbe dann irgendwann, wenn er Zeit hat aufbringt.
Das war mein Stichwort, ich bot an, das am nächsten Tag alleine zu machen. Schließlich war das Bad ja nicht groß. Nach dem üblichen: "Du musst das aber nicht!" "Ich mach das aber gerne!" Gespräch, gab mir mein Gastdad dann doch noch die Farbe für morgen einschließlich Pinsel und Rolle! Die Streichaktion war beendet und ich wollte nur noch ins Bett, also sagte ich lieb "Gute Nacht" und verschwand in mein Bad, um mich für das Bett fertig zu machen! Ich machte mich noch schnell mit dem CD-Radioplayer, den Doug mir heute mitgebracht hat, weil meine Eltern der Meinung waren, ich brauche Musik, weil ich doch so gerne tanze, vertraut! Und so schlief ich erschöpft, aber durchaus zufrieden ein (to be continued).
So ein weiterer Tag im Leben der Alexandra Dudczak. Ich hoffe, es hat euch gefallen, bis zum nächsten Mal.
Alles Liebe
Eure Alex
3
17. Oktober
Das war er, der erste Monat hier at NIS!!
Hey ihr lieben Leute in Deutschland oder sonst wo auf der Welt!
Es tut mir Leid dass ich soooo lange nichts mehr von mir hören lassen hab, aber das ist hier echt alles anstrengend und leider auch zeitraubend, so dass ich nicht die Zeit hatte mich mal hin zusetzten und etwas Neues zu erzählen ...
Aber damit ist jetzt Schluss!! Denn hier kommt die Zusammenfassung meines ersten Monats in den USA!!!
Tja, ehrlich gesagt, ich kann gar nicht glauben, dass ich erst einen Monat auf der Schule hier bin, denn ich fühle mich unheimlich wohl!
Aber erstmal von vorne ....
Nachdem ich ein 3-tägiges Einführungsseminar mitgemacht habe, während dessen Verlaufs ich (und auch all die anderen students) uns einigen Test haben unterziehen mussten, ging´s dann richtig los!
Ihr fragt euch jetzt sicher alle, was das für Tests waren, was? Ich sag´s euch!
Ich musste 2 Placement Tests schreiben, den einen in Englisch und den anderen in Mathe, der Mathetest war relativ einfach, der Englischtest dafür umso schwieriger, aber komischerweise hab ich dann schlussendlich im Englischtest so gut abgeschnitten, dass die Schule mich doch glatt in einen Advanced Placement English Course gesteckt hat. AP Kurse sind Kurse für gute Schüler; in diesen Kursen wird man speziell auf ein sogenanntes AP Exam vorbereitet, mit dem man dann, wenn man gut abschneidet einen College Credit bekommt und somit den Kurs im College nicht belegen muss.
Mathe war auch nicht schlecht.
Zusätzlich musste jeder internationale Schüler den sogenannten SLEP Test machen, dieser Test ist ein Englischtest, der aber so einfach ist, dass man wirklich denkt, naja was auch immer, ich war ungefähr 30 min vor Ende fertig und hab 99,9% richtig gehabt, also keine Angst vor diesen Tests!
Am letzten Orientierungstag hab ich dann meinen "locker" bekommen und meinen Stundenplan zusammengestellt.
Das war echt was .... jetzt lerne ich Japanisch! Ist mit nichts was ich kenne zu vergleichen, aber unheimlich interessant! Hier auf der NIS hat man in Bezug auf Sprachen lernen echt einen großen Vorteil, wenn ich Japanisch etwas nicht verstehe, gehe ich nachher zu AYA (japanische Austauschschülerin) und frage sie einfach danach, sie kann mir helfen!
Die Leute hier sind wirklich unheimlich hilfsbereit und lieb!
Und weil wir wirklich fast alle in der selben Situation sind (neues Land, neue Leute, neue Sitten) versteht man deine Probleme und versucht dir wirklich zu helfen ... Freunde finden hier ist echt kein Problem!
Aber zurück zu meinen Erfahrungen was den Unterricht betrifft!
Ich fasse das mal in einem, naja vielleicht zwei oder auch drei Worten zusammen!
Interessant, Hart und Gut !
Ja die Lehrer hier sind unheimlich gute Lehrer, alle haben so gute Qualifikationen, dass sie locker das Zwei- oder Dreifache verdienen könnten von dem was sie hier verdienen, aber sie sind trotzdem Lehrer at NIS, weil sie das wirklich wollen! Und ich glaube das macht ganz schön viel aus!
In Deutschland ist es ja oft so, dass der Lehrer etwas von einem bösen und gemeinen Ungeheuer hat, das ist hier nicht so, hier ist der Lehrer dein Freund! Und du kannst wirklich fragen und diskutieren und die helfen dir! Auf der anderen Seite ist die ganze Schule hier anspruchsvoll und du solltest wirklich nicht hier herkommen, wenn du nur deinen Spaß haben willst ohne irgendwas zu lernen, was nicht heißen soll, dass der Uunterricht keinen Spaß macht, auf gar keinen Fall, aber wie gesagt, es ist nicht ohne!
Die ersten 3 Wochen bin ich zum Beispiel über meinen Mathehausaufgaben fast verzweifelt, weil ich einfach nicht wusste, was dieses Buch von mir will! Aber das hat sich mittlerweile auch gelegt, Gott sei Dank!!!
Naja, das ist alles schon ein bisschen anders hier, aber ich bin total zufrieden!!
Work and Study
Ich habe mich, bevor ich hier her kam, auch für das "Career experience program" beworben und hab jetzt angefangen im NIS Office zu arbeiten! Für mich ist das wirklich optimal, da ich sowieso später etwas mit Marketing und Management machen möchte, hab ich hier eine echt tolle Möglichkeit mal in so eine Sache rein zu schnuppern!
Im Moment versuchen wir gerade eine neue Homepage für die Schule zu erstellen, das macht echt Spaß!
Nächste Woche werde ich den Webdesigner treffen und ihm meine Ideen unterbreiten! Ja ich darf wirklich mitgestalten! Und das ist das Tolle hier, deine Ideen werden berücksichtigt und, wenn sie wirklich gut sind, auch in die Tat umgesetzt!
Dann in zwei Wochen nimmt mich Mrs. Bitunjac (Verwaltung und Musiklehrerin) zu einer Middelschool mit, um unsere Schule (NIS) dort vorzustellen und natürlich um Schüler zu werben!
Wenn ihr irgendwelche Vorschläge habt, was ihr gerne auf so einer Homepage haben möchtet, dann nur raus damit! Ich wäre mehr als glücklich, wenn ihr einfach sagen könntet was ihr wissen möchtet!
Hier ist meine e-mail adresse: ich_alex@lycos.de
Ihr seht ich hab ganz schön viel zu tun hier und nebenbei noch die Hausaufgaben und die Tests und Quizzes!
Tests and Quizzes
Ach ja, hier schreibt man so ungefähr 2 Quizzes pro Woche. Die zählen nicht so viel, ist ungefähr wie ein Test in Deutschland! Dann ungefähr ein mal pro Woche gibt es dann einen sogenannten Test, der zählt mehr, fast so viel wie eine Arbeit in Deutschland und am Ende jeden Semesters gibt´s dann die großen Klausuren!
Aber es lohnt sich echt, denn wenn man regelmäßig Hausaufgaben macht und die Quizzes schreibt, muss man dann für die Tests kaum noch lernen, was natürlich sehr angenehm ist, so verteilt sich die Lernzeit ein wenig besser!
College Vorbereitung, oder einfach: Neugierde
Der College Vorbereitungskurs, der ein Pflichtkurs für 12-Klässler ist (ja ich bin hier in der 12. Klasse), soll dich wie der Name schon sagt, auf das College vorbereiten! Denn NIS ist eine "College Prep. School".
Ist auch ziemlich interessant zu hören was man alles so mitbringen sollte als möglicher College Student oder wie man sich vorbereiten sollte wenn man denn plant aufs College zu gehen!
Naja, auf jeden Fall war ich vergangenen Donnerstag mit meinem Kurs zwei Colleges besichtigen, das war echt great!
Das erste College war "St. Olaf", die Nr. 55 der 100 besten Colleges in den ganzen USA! Und an diesem College soll es das drittbeste Essen geben, und ehrlich das ist nicht gelogen, das Essen ist genial! Wir haben dort Lunch gegessen, nach einer ausgiebigen Tour über den Campus, der echt wunderschön ist und einer Inforunde mit dem Menschen, der sich die ganzen Anmeldungen und so was durchliest, dem sogenannten "Admissions Officer"!
Nach dem Luch ging es dann weiter zum ca. 3 Meilen entfernten "Carlton College", welches irgendwo auf der Liste der 25 besten Colleges in den USA auf Platz 1-25 rangiert! Also doch nicht schlecht, was?
Carlton ist definitiv kleiner als St. Olaf, aber der Campus ist meiner Meinung nach noch schöner!
Wir hatten einen netten Tour Guide, sie wusste jede Menge über die Schule und konnte wirklich viel erzählen, schade nur, dass sich hier kein Admission Officer für uns Zeit genommen hat ;-(.
Naja, nachdem wir das dann alles besichtigt haben, ging es mit dem Auto zurück zur Schule und ihr könnt mir wirklich glauben: das Ganze war echt anstrengend, so dass wir alle die Fahrt über in unseren Träumen versunken sind!!!
Was demnächst so los ist!
Tja, weil die Amerikaner ja alle so into Halloween sind, gibt es hier an der Schule natürlich auch ein Halloweenfest, mal schauen wie das so wird ...
Einen ausführlichen Bericht gibt es dann beim nächsten Mal!!
Bis dann
alles Liebe und viel Spaß,
eure Alex
PS: Fragen, Wünsche, Anregungen? Dann auf geht´s, schreib mir 'ne Mail an ich_alex@lycos.de
4
Me and my college prep course visited Carlton College
|
Long (boy) is a pretty girl,isn't he?
|
Leo the DJ...great job!!!
|
just a bunch of people
|
|
von l. nach r.:Nikki, Mr.Walker, Mai, Mrs.Traynor, Ruby and Mrs.Bitunjac (dracula, schoolboy, pirat, fary godmother, Mexican and snow white)
|
5
10. November 2005
Hey, hier bin ich wieder!
Meine Fotos habt ihr ja schon gesehen, aber damit ihr auch alle etwas damit anfangen könnt schreibe ich jetzt auch etwas dazu!
Also erstmal möchte ich mich schon im Voraus dafür entschuldigen, dass in diesem Text eventuell einige englische Begriffe ihren Platz finden werden, da das einfach so passiert, die schleichen sich auch alle immer in meine conversations ein, aber naja was soll´s!
Ich und der College Prep Course unterwegs
Erstmal erzähl´ ich euch ein bisschen about den Ausflug mit meinem College Prep. Course zu 2 der besten Colleges hier in Minnesota!
Das war wirklich aufregend und interessant. Als erstes haben wir St. Olaf besucht ... die haben das drittbeste Essen in ganz Minnesota an einem College! Und das stimmt wirklich ... mhhh ! Es war schon interessant, mal mit zu bekommen was Amerikaner und auch internationale Schüler machen müssen, um hier aufs College zu gehen, wow! Ja und erstmal wie viel das kostet ... ca. 30.000 $ im Jahr!! Das ist schon ganz schön heftig!
Naja, nachdem wir dort mit einigen Leuten gesprochen haben, sind wir weiter zum Carlton College! Und das ist echt obere Klasse ... 40.000$ im Jahr, aber tolles College echt und dort ist auch das Foto entstanden mit all den anderen Leuten! Und jetzt könnt ihr mal sehen wie unterschiedlich doch die Menschen an der NIS sind, auf diesem picture seht ihr Leute aus Ecuador, Mali, Vietnam, China, Deutschland und natürlich Amerika und das ist nur ein kleiner Teil der Länder, die hier auf der Schule vertreten sind!
Und wir sind alle zusammen hier, um zu lernen und zusammen Spaß zu haben, manchmal (wie gerade jetzt) kann ich das gar nicht fassen ... wow!!
Aber weiter im Text, jetzt erzähl ich euch was über
Halloween hier in den USA
Also erstmal: Die Amerikaner sind verrückt, wenn es um Halloween geht ... wirklich.
Wir hatten auch einen Halloween Dance in der Schule, das war ziemlich lustig an sich und nicht nur wegen all der Kostüme und dem ganzen Halloween Zeug mit dem der Raum dekoriert war, nein auch wegen Leo, dem DJ!
Er ist echt genial ....! Er macht das schon seitdem er 13 ist oder so und ist echt richtig gut!
Also konnten wir auch alle schön tanzen und jeder hat mal wieder ein bisschen aus seinem Land mitgebracht ... Shaw zum Beispiel hat uns gezeigt wie man im Irak so tanzt und Vlad hat für uns den schönen Russlandtanz getanzt ... ihr wisst schon was ich meine!
Natürlich gab´s auch Preise für die besten Kostüme und wie es auch nicht anders zu erwarten war hat Long (das blaue "girl" auf den Fotos) den Preis für das schönste Kostüm gewonnen sie, ehh, ich meine natürlich er, war ja auch einfach pretty! Auch die Lehrer haben sich richtig in Schale geschmissen und richtig gut verkleidet!
Wo man sich hier in Amerika wirklich dran gewöhnen muss ist, dass solche Sachen immer nur bis 10 oder so gehen, da ist nichts mit feiern bis um 1 Uhr nachts ... ist schade, aber was soll´s, dann muss man sich eben die Stunden so schön und lustig gestalten wie man nur kann!
Und das gilt übrigens nicht nur für solche Partys, sondern für das ganze Leben hier!
Versuch alles von der positiven Seite zu sehen und mach´ das Beste daraus!
So und mit diesem Satz möchte ich diesen kleinen Ausschnitt aus meinem Leben hier beenden, ich werde die Woche über noch mehr schreiben ... dann aber über mein Internship hier an der Schule. Und da ich viele Anfragen von euch bekommen hab´, wie das so mit der Gastfamilie ist, werde ich ein Kapitel ganz dem widmen!
Also bis dann, ich hoffe ihr bleibt dran,
eure Alex
6
13. Dezember 2005
Hey und Hallo I am back again...
Ja, hier bin ich also wieder, ich weiß dass es ziemlich lange her ist seit dem letzten Mal ... aber ein Gutes hat die Sache doch, es gibt wieder jede Menge zu erzählen!
Mal schauen, wo fang ich denn am besten an? Ahh ja.
The Thanksgiving Holidays
Wie die meisten von euch sicher wissen, ist Thanksgiving ein nicht allzu kleines Fest in den USA, welches am letzten Donnerstag im November gefeiert wird ... Es findet seinen Ursprung bei den ersten (westlichen) Bewohnern dieses Landes, die mit der Hilfe der Einheimischen ihren ersten Winter hier im "neuen Land" überlebten ...
Aber genug Geschichte, zurück zu dem ziemlich reellen Thanksgiving, das ich erlebte.
Da Thanksgiving wie schon erwähnt auf einen Donnerstag fällt, war der Mittwoch mein letzter Schultag vor den "Holidays". Ich hatte also Aussicht auf ein langes Wochenende voll von ... ja, was war es eigentlich?
Im Grunde ist Thanksgiving wirklich leicht zusammen zu fassen und zwar folgendermaßen: Essen, dann Fernsehen, dann ein Nickerchen halten, nach dem man sich ein wenig mit der Familie unterhält und dann gibt es wieder was zu essen, und Fernseh gucken (Football natürlich) und wieder essen bevor man dann ins Bett kugelt und selig mit einem Bauch, der jeder schwangeren Frau im 8. Monat Konkurrenz machen würde, einschläft.
Aber da ich euch ja nichts vorenthalten möchte, werde ich jetzt ein wenig ins Detail gehen.
Erst einmal machte ich mich am Donnerstag morgen mit meiner Familie, bestehend aus meinen Gasteltern, meiner Gastschwester und den beiden Hunden auf den Weg nach Nicollet zu meinen Gastgroßeltern.
Hier wurden wir natürlich herzlich empfangen und auch sogleich mit den anderen Familienmitgliedern bekannt gemacht ...
Nach einer Runde durch die Garage, um mir und meiner Gastschwester die schönen Spielzeuge (sprich: wirklich netten Autos) unseres Gastgroßvaters zu zeigen, haben wir uns erst einmal gemütlich in die uns zugewiesenen Sessel gesetzt. Und natürlich lief Football, während alles durcheinander redet und die Kids durchs Haus toben, fast wie auf jedem mir bekannten Familienfest auch ..:-)
Ihr seht, alles ein großes Durcheinander, aber lustig.
Als nächstes gab es dann etwas zu essen ... ja etwas sehr viel zu essen. Wir hatten, natürlich, Truthahn und Stuffing, dann diverse Salate, Kartoffeln ... noch irgendwelche Nudelgerichte und diverse Nachspeisen. Natürlich musste man (ehhm ich) auch alles probieren und da kam dann schon was zusammen ... Und danach ging es dann weiter wie oben schon erwähnt (Fernsehen, schlafen, essen ...).
Nachdem ich dann irgendwann wirklich müde ins Bett gefallen bin, schlief ich einen mehr oder weniger ruhigen Schlaf bis zum nächsten Morgen!
An diesem Freitag passierte nicht viel, man wiederholte die Essen-Schlafen-Prozedur mit den Dingen, die vom gestrigen Tag übrig geblieben waren.
Doch dann geschah etwas ... Mein Gastvater und mein Gastopa ... wollten einkaufen fahren und haben das Auto schon mal vorgewärmt ... dumm nur, dass sich das Auto von selber zuschließt, wenn es zu lange draußen steht und nichts passiert ... dümmer noch, dass die Schlüssel im Auto steckten ...
Das war eine Prozedur, die dort wieder raus zu bekommen, das sag ich euch, ich weiß schon gar nicht mehr, auf wie viel verschiedene Art und Weise die beiden versucht haben den Schlüssel da heraus zu bekommen ... aber Schluss endlich haben sie es dann doch noch geschafft. Juhu!!
Nach diesem ereignisreichen Tag sind wir dann auch wieder nach Hause gefahren und haben den Rest des Wochenendes ruhig hier in St. Paul verlebt!
So, das war mein Thanksgiving Erlebnis, das nächste Mal gibt es mehr zu erzählen von unserem Winterkonzert letzten Freitag und von meinem Meeting mit dem Webdesigner ...
Also macht euch auf etwas gefasst! Bis dann
alles Liebe
eure Alex
7
6. Januar 2006
Hey hier bin ich wieder, ein frohes neues und vor allem spannendes Jahr 2006 wünsch ich euch ...
Einige hier sind ja dem Auslandsjahr hier nun doch schon ein kleines bisschen näher.
Wie dem auch sein, ich hab mir, wie ihr vielleicht bemerkt habt, über Weihnachten eine kleine Auszeit genehmigt. Muss ja auch mal sein. Dafür bin ich jetzt aber wieder hier, frisch und munter wie es sich gehört.
Ich glaube das letzte Mal habe ich euch etwas über Halloween erzählt, richtig?
Dann bleibe ich doch in chronologischer Reihenfolge und mache weiter mit dem nächsten großen Ereignis welches doch auf Halloween folgte:
Das "NIS Winter Konzert"
Lange haben wir uns darauf vorbereitet, ich persönlich habe getanzt, einen Mix aus Salsa, Jazz und ein wenig Modern Dance. Wir waren ziemlich gut, ganz nebenbei bemerkt ;-)
Aber nicht nur die Tanzklassen haben sich darauf vorbereitet. Alle Theatergruppen, Solokünstler, der Chor, die Musikkurse und ja auch unseren Lehrern ist so manche Schweißperle die Stirn heruntergerollt, aber schlussendlich haben wir alle gemeinsam doch ein ansehnliches Programm zusammengestellt.
Zuerst gab der World Music Course ein echt beeindruckendes, ja wie soll ich das beschreiben, Trommelspiel. Aber das waren nicht so einfache Bongotrommeln die man sich zwischen die Beine klemmt, nein dies waren selbstgemachte, ca. 1,20m hohe Trommeln. Beeindruckend ... wie ich schon sagte. Weiter ging´s mit dem Chor und ´nem Improvisationstheaterspiel (sehr lustig) ... währenddessen ging für mich Backstage alles ziemlich hektisch zu .... und aufgeregt waren wir alle ... ohoh!
Und dann ging es raus auf die Bühne .... und was für ein Wunder, nicht ein einziger Fehler ... juhu!! (Die Generalprobe war schrecklich! Also es stimmt was man so sagt ...)
Im Grunde war das alles viel zu schnell vorbei, aber ich bin ja nicht traurig, im Frühjahr gibt es ja ein Spring Concert ...
Auf jeden Fall waren wir alle ziemlich aufgedreht und glücklich nach der gelungenen Aufführung und da mein Auftritt am Ende der 1. Hälfte war konnte ich mir dann auch noch ganz locker die 2. Hälfte anschauen und/oder anhören.
Es war einfach nur amazing, mehr kann man dazu einfach nicht sagen.
Mein absoluter Lieblingsact war das Klavierspiel von Bo (heißt eigentlich Hu Bo, aber naja ihr wisst ja wie das ist, je kürzer desto besser ...). Er hat im letzten Jahr einen hochdotierten Wettbewerb gewonnen und war mit dem Minnesota Symphonie Orchester unterwegs (mit Solopart), hat in New York und ganz vielen anderen großen Städten gespielt ... einfach toll.
Nichtsdestotrotz, die anderen waren auch ziemlich beeindruckend ... ich zeige euch bei Gelegenheit mal ein paar Fotos.
Kurz nach dem Konzert kamen dann auch schon die Winterferien, die ich dringend nötig hatte zu der Zeit. Ich meine ich bin es gewohnt zwischen dem Beginn des Jahres und den Winterferien noch Herbstferien zu haben, tja die gibt es hier nur leider nicht und somit war ich schon ziemlich froh endlich mal ein wenig ausspannen zu können.
Wie dem auch sei, wenn ihr jetzt einen Bericht über typisch amerikanische Weihnachten hören möchtet, dann muss ich euch leider enttäuschen. Ich habe wie oben erwähnt meine Weihnachtsferien bei meiner echten Tante in Chicago verbracht, was natürlich auch sehr interessant war, aber eben nicht typisch amerikanisch, weil sie aus Polen kommt.
Damit ihr jetzt aber nicht denkt, dass das sooo schlimm war, ich war nicht die Einzige, die ihre Ferien woanders verbracht hat. Meine Gastschwester z.B. ist zurück nach Ecuador geflogen und hat mit ihrer Familie Weihnachten gefeiert.
Naja, ich hab also ein schönes Weihnachtsfest verbracht und hab jetzt, denk ich, wieder einen steinigen Weg vor mir, um das Gegessene zu verarbeiten ... aber naja was solls. Alle Jahre wieder!
Back to school
Jetzt bin ich wieder zurück in St. Paul ( und das seit dem 2.1. denn am Dritten fing die Schule wieder an!) und wenn ich auch nur den kleinsten Hoffnungsschimmer auf Schonung gehabt hatte, dann war der nach dem ersten Tag dann auch irgendwo gaaaanz tief vergraben oder gar verschwunden. Denn jetzt geht es in die heiße Endphase, denn die Semester Finals kommen, das heißt wir haben vom 23.-26.1 Prüfungen in den Fächern die uns betreffen, manche Lehrer geben dir ein Final Test, andere machen es nicht, je nach dem. Aber in den meisten Hauptfächern wird man dann doch getestet.
Wie das genau läuft, erzähl´ ich euch dann, wenn ich das durchgemacht habe.
Aber vorher habe ich persönlich noch ein kleines Abenteuer vor mir. Wie ihr ja alle, die ihr mein Tagebuch ja so sorgfältig gelesen habt, wisst, hat der Austauschschüler an sich ja, bevor er zu seiner Gastfamilie kommt, noch ein Orientierungsseminar in Chicago. (Wie ich ja auch). Vom 19.-22. werde ich wieder eines besuchen, aber diesmal nicht als Teilnehmer, nein ich werde es mit leiten als Teil meines Work Experience Program. Ich werde nach Chicago fliegen und all das machen was damals die andern netten Leute mit mir gemacht haben. Und ich glaube, einige von euch werden auf diesem Seminar anwesend sein und diesem Tagebuch dann auch mal ein Gesicht zuordnen können.
Well, ich freu´ mich drauf und hoffe euch dann auch alle froh und ohne Jetlag in der Schule wiederzusehen.
So, ich glaube das war es fürs erste Mal wieder von mir an euch. Bilder vom Konzert kommen noch wie gesagt und ach ja, ganz wichtig:
Ich möchte mich bei euch ganz doll für die netten, neugierigen und lieben Mails bedanken ...
Danke!!
Und wenn ihr weiterhin Fragen habt oder irgendetwas vorschlagen möchtet, nur zu ...
meine E-Mailaddresse: Ich_alex@lycos.de
Wir hören voneinander
bis dann
liebe Grüße
eure Alex
8
25. April 2006
Hey ihr Lieben !! Ich bin´s wieder, Alex aus den USA
Es tut mir unheimlich leid, dass ich soooo lange nichts mehr von mir hab hören lassen, aber hier ist echt viel los! Ich habe mir mal meinen letzten Bericht durchgelesen, dem komischerweise einige Wörter fehlen. Aber wie dem auch sei, es ist viel passiert in der Zwischenzeit, nicht nur haben wir neue Schüler bekommen zum Halbjahr, was ziemlich aufregend war, wir hatten einen "semi-formal dance", einen "50's dance" und die ganze Schule war auf einer Klassenfahrt, ich habe angefangen Hamlet by Shakespeare zu lesen (hab das Theaterstück auch gesehen ) und und und, aber lasst mich doch von vorne beginnen, in chronologischer Reihenfolge sozusagen.
Mitte Januar hatten wir einen "semi-formal dance", was ist das fragt sich jetzt sicherlich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Also, wir hatten so was wie einen Ball/Party, aber wir mussten gut aussehen, das heißt: keine Jeans und keine normalen Pullis oder so, Mädchen mussten wenigstens einen Rock und Jungs im Anzug oder wenigstens Jacket kommen. Wir haben ganz normal getanzt und hatten ziemlich viel Spaß. Ich habe ein paar Fotos mitgeschickt, damit ihr euch davon mal ein Bild machen könnt. Der Ballroom war geschmückt in NIS Farben: Blau und Weiß!
Das war ein nettes Erlebnis, auch wenn mir danach die Füße wehgetan haben, weil, naja Girls ihr wisst das ja, schöne Schuhe, but AUA Füße.
Das nächste große Event war unser "50's Dance", aber bevor ich euch darüber etwas erzähle, erzähle ich euch was in meinem Schülerleben so vor sich ging in der Zwischenzeit.
So, ich glaube ich hab euch schon erzählt, dass ich mich für einen Kurs an der Uni beworben hab, richtig? Wenn nicht, dann noch mal eine schnelle Übersicht: Wenn man ein halbes Jahr an der NIS war, kann man sich für das nächste Halbjahr an der Uni für Kurse bewerben, man kann das machen, wenn man sich unterfordert fühlt oder weil die Uni einfach noch mehr interessante Kurse anbietet. Wenn man sich denn entschieden hat, das zu machen, dann füllt man ein Bewerbungsformular aus und wartet auf eine Antwort der Uni, die entweder gut oder schlecht sein kann. In meinem Fall war es eine positive Antwort, also fing ich an Spanisch zu nehmen, auf Uniniveau. Das ist ganz schön hart, aber naja es macht Spaß und man lernt unheimlich viel dabei.
Sonst fing das Semester mit schön viel Arbeit an. Neue Kurse und neue Schüler, die das Leben dann doch noch ein bisschen aufregender und anstrengender gemacht haben, als es eh schon ist.
Jetzt komm ich aber zum Fünfziger Jahre Dance. Das war was Lustiges, wir mussten uns zwar nicht verkleiden, aber die meisten kamen dann doch im Fünfziger Jahre Outfit und gespielt wurde Grease und einfach nur lustige Musik. Zusätzlich gab es einen Photographen bei dem man sich ein Schwarz-Weiß Polaroid Photo hat machen lassen können, ganz wie in den 50-ern auf einer amerikanischen High School. Es gab Preise zu gewinnen und das Highlight des Abends war einer meiner Lehrer, der sich wirklich als Frau verkleidet hat. Er hatte einen Pudel-Skirt an und Make-up drauf und alles drum und dran, das war lustig, wir haben uns den ganzen Abend über ihn und mit ihm gelacht, weil er sich dann auch noch so fraulich verhalten hat, es war einfach genial. Jaja, die Lehrer hier sind echt einmalig!
Nach dem "50's dance" im Februar ging alles wieder seinen gewohnten Lauf, bis auf das meine Gastschwester aus Ecuador die Gastfamilie gewechselt hat, was im Nachhinein wirklich besser für alle Beteiligten war. Ich bin bei meiner Gastfamilie geblieben und fühle mich super wohl hier, ich will gar nicht daran denken, dass das alles bald schon wieder vorbei ist!:-( Die Zeit vergeht so schnell das glaubt man gar nicht!)
Aber jetzt zurück in der Zeit und weiter mit meinen Erzählungen. Tja, im März war nichts los, bis auf das wir nicht mal richtig viel Schnee bekommen haben und ich mit meiner Gastfamilie mit Schneeschuhen durch die Gegend gelaufen ... oder besser gesagt gehopst bin. Das ist auch einmalig in Minnesota!! Ende März wurde es dann aber richtig warm schon und auf einmal sieht man wieder Menschen auf den Straßen. Eins kann ich euch aber sagen: Minnesotans are Crazy!! Ja das könnt ihr mir glauben (auch wenn ich mich jetzt schon dazu zähle)! Warum? Welcher normale Mensch geht bei Temperaturen um die 8 Grad Celsius im T-Shirt raus und sagt es ist herrlich warmes Wetter, das kann nur jemand aus Minnesota sein! Sobald es "warm" wird, laufen hier alle in Shorts und T-Shirt rum, besonders auf unserem Campus kann man das sehen, ein lustiges Bild hat man, wenn Leute ihre Sonnenliegen in den letzten Rest Schnee stellen und sich dann dort in leichter Bekleidung sonnen.
Naja und wie die ganze Stadt so aus ihrem Winterschlaf erwacht, gab´s Mitte März erstmal für eine Woche spring break!! Ich weiß, ist nicht lange aber naja was soll´s dafür hat man dann ewig lange Sommerferien.
Nach dieser Pause habe ich dann mit meinem AP Literature Course angefangen, Hamlet by William Shakespeare zu lesen und ich muss zugeben, das ist nicht so einfach in Englisch (Alt-Englisch) aber naja was soll´s, interessant ist es trotzdem. Und neulich haben wir uns dann auch eine Theaterversion des Stückes angeschaut, was einiges zum Verständnis beigetragen hat.
To be or not to be - that is the question:
Whether 'tis nobler in the mind to suffer
The slings and arrows of outrageous fortune,
Or to take arms against a sea of troubles
And, by opposing, end them. To die, to sleep ...
No more ...
And so on and so on.
Wir durften leider keine Fotos machen, sonst hätte ich euch auch davon noch Eindruck gewinnen lassen.
Ja und gerade letzte Woche war die ganze Schule auf Klassenfahrt in einem Ort, der mitten im Wald auf ´nem Berg liegt. Okay ich gestehe, hört sich für´s Erste nicht so spannend an, aber was wir da alles gemacht haben, war echt nicht schlecht. Wir sind zum Beispiel klettern gewesen und Bogenschießen und Kanufahren und noch viele viele andere Sachen. Es war zwar ca. vier Stunden Busfahrt, aber die haben sich echt gelohnt!
Die Instructors, die dort waren, haben uns zum Beispiel beigebracht, wie man sich mit Kompass und sowas zurecht findet. Ich hab mir zuerst auch gedacht: Man ich weiß doch, wie ich einen Kompass zu bedienen hab!
Aber ich lag falsch, weil als sie uns dann im Wald von Station zu Station geschickt haben und uns so den Weg nach Hause haben finden lassen, da wäre ich mit meinen alten Kompass und map Kenntnissen doch echt schlecht dran gewesen! Ich hab jede Menge neue Sachen gelernt dort oben, auch wenn ich am Anfang nicht so begeistert war von der Idee einfach raus in Wald zu fahren, weil ich dann doch eher der Stadt- und Zivilisationsmensch bin. Trotzdem hatte ich jede Menge Spaß und als ich wiederkam, war das einzige, was ich wollte - schlafen!!!
Was jetzt noch kommt ist das Spring Concert und natürlich der uns allen bekannte Prom für den ich mir auch noch ein Kleid aussuchen muss, das wird alles aufregend und stressig.
Davon erzähl ich euch dann aber beim nächsten Mal!
So ihr Lieben, das war ein eiliger Report von der vergangenen Zeit hier at NIS!
Ich hoffe, euch hat das Lesen Spaß gemacht!
Ich mach mich jetzt auf, bis dann,
Liebe Grüße
Eure Alex!!!
9
04. September 2006
Hey hey ihr Lieben, ich bin es wieder Alex.
So ich bin jetzt schon seid einiger Zeit zu Hause und habe auch den umgedrehten Kulturschock einigermaßen überstanden. Aber na ja, bis ich euch erzähle, wie das denn so ist, wenn man wieder nach Hause kommt, habe ich euch doch noch einiges andere zu berichten! Also... wo fange ich denn am besten an?
Ja genau, bei unserem "Spring Concert"! Ich habe euch in meinem letzten Bericht ja bereits angekündigt, dass die letzten Wochen doch noch recht stressig werden könnten, und so war das dann auch, aber alles der Reihe nach. In die letzten Wochen fiel ja, wie gesagt, das Spring Concert, der Prom und auch noch die Abschlussprüfungen für das 2. Semester (Final exams).
Schon die Proben für das Spring Concert waren anstrengender als die für das letzte im Winter. Warum? Naja, diesmal mussten alle verschiedenen Tanz- und Theatergruppen sich mit dem Chor vereinen und ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen. Unser Projekt war dann ein Musical, das wir uns aber selbst ausgedacht haben und in welches wir unsere eigenen Musikinterpretationen einbrachten. Fragt meine Tanzlehrerin, ich habe mir bis zum Schluss Sorgen und Gedanken gemacht (" how the heck the concert will come together"), wie um Himmels Willen das Konzert zusammen kommen soll. Am Abschluss des Jahres schrieb Maria (Tanzlehrerin) doch auch noch in mein kleines Büchlein, dass sie es sooo süß und zugleich auch lustig fand, dass ich mir solche Sorgen gemacht habe. Am Schluss ist doch noch alles gut gegangen und unser Konzer/Musical war ein großer Erfolg. Ihr wollt sicher gerne wissen, um was es in diesem Musical ging... hmmm also eigentlich ist das ein wenig schwierig zu erklären! Unser Musical hat im Minneapolis Flughafen gespielt und sich um unseren Freund Sha gedreht, der doch gerne wieder nach Hause (nach Kurdistan/Irak) gehen wollte, doch nicht konnte, weil ein Wintersturm den Flugverkehr lahmgelegt hat. Ihm und seinen Freunden passieren dann ganz viele lustige Dinge auf diesem Flughafen!
Ich sage euch, ich meine, ich stand ja auch in Deutschland schon ein paar Mal auf der Bühne, und trotzdem war ich schon aufgeregt vorher, aber als es dann vorbei war, wollte ich auch gleich wieder alles von Anfang an durchspielen! Viel Zeit uns von dem Konzert zu erholen hatten wir nicht, da in derselben Woche unser Prom anstand. Einige wissen vielleicht, was das ist, für die anderen erkläre ich es noch einmal schnell:
Der Prom ist eine Veranstaltung, besonders für die Seniors, bei der man sich unheimlich in Schale wirft und dann auch tanzen kann und so weiter. Es werden auch Prom Queen und Prom King (Ballkönig und -königin) gewählt. Unser Prom fand dieses Jahr auf einem Boot statt, das mit uns den Mississippi entlang gefahren ist. Eins im Voraus: es war wunderschön!
Wir versammelten uns alle auf dem Vorplatz des "Stegs", ich habe mir mit ein paar Freunden noch eine Limousine gemietet, in der wir vorher noch ein bisschen rumgefahren sind und dann ganz staatlich vorgefahren sind! Natürlich haben wir ganz viele Fotos gemacht und dann ging es ab aufs Boot, wo wir nach einer kurzen Weile auch unser Dinner eingenommen haben. Nach dem Essen ging es dann weiter mit feiern und Spaß haben. Zum Ende des Abends wurden dann auch noch die Prom Queen und der Prom King bekannt gegeben und jetzt ratet mal, wer das war... Yeahhh, ich bin es geworden, die Krone habe ich auch schön sorgsam wieder mit nach Deutschland gebracht!! Das war wirklich ein gelungener Abend. Nachdem wir wieder an Land waren ging es dann weiter zu diversen After-Prom Parties, die natürlich auch sehr viel Spaß gemacht haben!
So das war es erst mal von mir über unser Konzert und den Prom, beim nächsten Mal erzähle ich euch ...
Bis dann
liebe Grüße
eure Alex
10
vorherige Seite... - 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 - nächste Seite...
Kommentar zu diesem Bericht schreiben: