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Schuljahr in Valencia - 2008/2009

Hey ihr Lieben :)

ich war im Schuljahr 2008/2009 von September bis Februar auf der Schule Ausias March in Picassent bei Valencia in Spanien.

Vorher hatte ich zwei Jahre Spanisch in der Schule, was mir jedoch am Anfang vorkam, als könnte ich gar nichts. Es hat zwar geholfen, den Leuten klar zu machen, was ich wollte, aber verstanden hab ich sehr wenig. Deshalb waren die ersten Wochen ganz schön anstrengend und ich war abends immer total erledigt:)

Auf die Schule gingen noch zwei andere deutsche Mädchen, mit denen ich mich auch prima verstanden habe.

Eine davon, Saskia, und ich haben uns dann auch zusammen im Fitnessstudio angemeldet und die Pausen gemeinsam verbracht, weshalb wir zunächst auch Angst hatten, dass wir es verpassen Freunde zu finden und immer nur die zwei Deutschen bleiben. Da wir jedoch in getrennten Klassen waren und beide sehr gesprächige Menschen sind, haben wir es geschafft, die Spanier gemeinsam besser kennen zu lernen und somit schnell Freunde zu finden.

Im Oktober kam nochmal das Heimweh, da mir nach 5 Wochen dann doch klar wurde, dass ich noch nie so lange von zu Hause weg war und ich musste viel an meine Eltern und Freunde denken. Aber meine Freunde dort haben mich viel abgelenkt, in dem wir den Wochenenden gemeinsame Sachen unternommen haben und ab ca. November konnte ich mich auch problemlos mit allen unterhalten und habe alles verstanden, als würde ich schon immer dort leben.

Meine Gastfamilie bestand aus einer 72-jährigen Frau, Justa, und ihrer besten Freundin Carmen. Auch meine Gastgeschwister waren alle schon etwas älter und somit musste ich die Vorstellung einer "typischen Gastfamilie" mit zwei Eltern und jüngeren oder gleich alten Gastgeschwistern schnell aus meinem Kopf bekommen. Da meine "Gastomi" ( so hab ich sie immer genannt:)) aber total lieb war, war das überhaupt kein Problem. Nachdem ich mich an ihre kleinen Gewohnheiten (die alte Leute halt nun mal haben) gewöhnt hatte (z.B. penible Ordnung), haben wir uns super verstanden, denn sie war total herzlich.

Die beiden alten Damen waren auch große Fans der weiblichen Basketballmannschaft aus Valencia, weshalb sie mich und Saskia auch oft mit zu Spielen nahmen und wir somit, wenn für unsere

Klassenkameraden Prüfungen anstanden und diese deshalb lernen mussten, unsere Samstagnachmittage verbrachten.

Mit Saskias Gastfamilie habe ich mich ebenfalls prima verstanden. Sie nahmen mich und Saskia auch öfter mit in ihr Haus, dass auf dem Land gerade im Bau war und wir kochten dort zusammen Paella. Was ein besonders tolles Gefühl war, war als mich zum ersten Mal Leute aus dem Fitnessstudio auf der Straße in meinem Ort grüßten. Das war ein Moment, in dem ich mich richtig angekommen und zu Hause fühlte.

Ansonsten genossen wir einfach die schönen Seiten von Spanien, spazierten zusammen durch die vielen Parkanlagen in Valencia, besuchten den Markt in Picassent und an einem der Wochenenden im November fuhren wir für 3 Tage nach Barcelona.

Es war ein tolles Gefühl mit unserem gelernten Spanisch überall klar zu kommen.

Als dann Weihnachten kam, hatte ich zunächst ein bisschen Angst, Heimweh zu bekommen, aber ich unternahm in den Ferien viel mit Saskia und Freunden aus der Schule und meine Gastfamilie war beim Weihnachtsessen am ersten Weihnachtsfeiertag total lieb zu mir, weshalb das alles kein Problem war.

Über Silvester fuhren Saskia und ich dann mit Freunden und deren Freunden weg und erlebten ein typisches spanisches Silvester. Und nach den Weihnachtsferien begann dann schon die Zeit, in der alle zu mir sagten, wie schnell es geht bis ich gehen muss. Und wir nutzen jedes Wochenende der verbleibenden acht Wochen um die Zeit zu genießen.

Irgendwann war dann plötzlich Februar. Meine ganze Klasse machte an meinem letzten Schultag Fotos mit mir und alle nahmen mich noch mal in den Arm. Es war wie so eine Art Countdown, in der ich die meiste Zeit am heulen war. Zum einen, weil mir der Abschied echt schwer fiel und zum anderen, weil ich mich so auf meine Familie freute.

Wir gingen ein letztes mal zusammen weg, aßen in unserem Lieblingsrestaurant, frühstückten ein letztes Mal Churros und auf einmal tauchte mein Flugzeug wieder unter den Wolken in Deutschland auf. Alles in allem, war es also eine Erfahrung die jede Minute wert war, also auch jede Minute Heimweh und ich würde es jederzeit wieder machen.

Auch die Zeit danach in Deutschland war wichtig, weil man merkt wie man sich selbst weiterentwickelt hat und alles mit ganz anderen Augen sieht :)

Katja Nauheimer, 18 Jahre

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