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High School USA - Columbus/Ohio

Hallo ihr Lieben,

ich habe das Schuljahr 2008/2009 in Columbus/Ohio, USA verbracht.

Genauer gesagt: In Upper Arlington, einem recht wohlhabenden Vorort von Columbus.

Am 16. August 2008 ging es los. Um 5:30 Uhr ging mein Flieger von Bremen über Amsterdam und Philadelphia nach Columbus.

Ich war fürchterlich aufgeregt, denn es war das erste Mal für mich, dass ich alleine so weit weg von Zuhause war. In Philadelphia am Flughafen hatte ich dann ehrlichgesagt auch ein bisschen Panik. Alles auf Englisch, Koffer aus- und wieder einchecken...und dann konnte ich meine Bordkarten nicht finden! ;)

Zum Glück stand vor mir in der Schlange eine sehr nette deutsche Familie, die mir geholfen hat, so dass ich schließlich 10 Minuten vor Abflug völlig abgehetzt im Flieger saß. Am Columbus International Airport angekommen hat mich dann meine Gastfamilie sehr herzlich in Empfang genommen. Allerdings nur mit der jüngeren Tochter, Isabella (3 Jahre alt), da Katelyn, die Ältere (4 Jahre alt) zuhause mit ihrer Oma auf uns wartete. Wir mussten dann erstmal eine Suchanzeige aufgeben, da einer meiner beiden Koffer fehlte. Später am Abend wurde dieser dann aber bis zu uns nach Hause geliefert.

Obwohl ich schon über 24 Stunden wach war bin ich dann später noch mit meinem Gastvater, Eric, meiner Hostmom, Monica, und Katelyn zu einem Kirchenfest gefahren, dass eher einem Jahrmarkt glich. Am nächsten morgen war ich dann schon sehr früh wach und habe mein Zimmer (mit eigenem Badezimmer) eingerichtet und meine Koffer ausgepackt. Einige Tage später waren Monica und ich dann in der Schule um mich anzumelden.

Ich habe die Upper Arlington High School besucht, die ungefähr 1,5 Meilen vom Haus meiner Gastenlern entfernt lag. Wir hatten ca. 2200 Schüler an unserer Schule. Es gab viele Asiaten, jedoch hauptsächlich Weiße. Aus einer Umfrage aus meinem späteren Geschichtsunterricht ergab sich, dass es an der UAHS nur unter 1% farbige Schüler gab. Das fand ich erlichgesagt ziemlich schade, da ich gerade den multikulturellen Aspekt dieses Austausches sehr reizvoll fand.

Die Fächer, die ich dort belegt habe waren American Studies (Englisch und Geschichte zusammen), Spanisch (mit der schlimmsten Lehrerin, die man sich vorstellen kann), Bio, Mathe und Kunst. In Deutschland habe ich an meiner Schule und auch in meiner Freizeit gerne Volleyball gespielt. Leider war ich für das dortige Team viel zu schlecht. Aber alle waren total nett zu mir und so durfte ich die ganze Saison über mit dem Team trainieren und als Zuschauerin mit zu den Spielen fahren.

An meiner High School gab es ein unglaubliches Sportangebot, von dem ich gerne viels ausprobiert hätte. Da gab es Football, Volleyball, Softball, Basketball, Baseball, Soccer, Field Hockey, Ice Hockey, Gymnastics, Lacrosse, Tennis, Track and Field, Swimming, Cheerleading, Water Polo, Crew, Cross Country, Diving, Wrestling und Golf. Leider waren die meisten dieser Sportarten mit ziemlich hohen Teilnahmegebühren und erheblichen Kosten für Ausrüstung etc. verbunden. Ich habe mich dann für das Leichtathletikteam entschieden. Wir haben jeden Tag ein bis zwei Stunden trainiert. Für amerikanische Verhältnisse ganz normal. Hier eher nicht ^^

Ja, mit 8 Stunden Schule am Tag, Training und allem Drum und Dran war ich dann abends immer so gegen 17:30 Uhr zuhause. Montags abends bin ich dann immer mit meinen Freunden zu einer Art Jugendtreff gegangen.

Mit dem Englisch Sprechen und Verstehen hatte ich absolut keine Probleme. Natürlich gab es am Anfang (und am Ende auch noch ;)) immer mal Wörter und Ausdrücke, die man nicht verstanden hat, aber aus dem Kontext konnte man den Sinn meistens trotzdem verstehen. Und auch in der Schule lief von Anfang an alles perfekt. Ich musste eigentlich das ganze Jahr über nicht richtig lernen und habe trotdem gute Noten bekommen. Echt gut!

Meine Gastfamilie war auch super. Wir haben uns bestens verstanden. Mein Local Representant war lustigerweise mein “Gastonkel”, Hugh; und genau wie Hugh hatte auch mein anderer Gastonkel Tim ein bis zwei Austauschschüler. Die Austauschschülertruppe aus Columbus war sowieso klasse. Leider war ich so ziemlich das einzige Mädchen unter 15 Jungs oder so. War aber trotzdem immer lustig. Zum Homecoming Dance im Oktober bin ich dann auch mit Giorgi, einem Austauschschüler aus Georgien gegangen. Und zum Prom mit Lars, auch einem Austauschschüler aus Deutschland. Ich finde es echt schade, dass es solche “Dances” an unseren Schulen regulär (außer vielleicht der Abiball) nicht gibt. Das Einzige, was ich nicht so gut fand an diesem Jahr waren eigentlich nur die Essgewohnheiten meiner Gastfamilie. Ich meine, ich wusste, dass in den Staaten viel Fastfood gegessen wird...aber so viel? Ich glaube fast, meine Gastschwestern wissen gar nicht wie “echtes” Essen aussieht! ^^

Ja. Die werden sich wundern wenn sie in ein oder zwei Jahren nach Deutschland kommen um mich zu besuchen.

Aber nächsten Sommer kommen ersteinmal drei meiner Freundinnen zu Besuch und wir machen eine schöne Tour durch Deutschland. Ich kann es kaum erwarten sie wieder zu sehen!


Danke, Kultur-Life für so ein tolles Erlebnis!!!!

Joana Werner - 18 Jahre


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